USA

Trump legt im Patriotismus-Streit nach

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat in der Patriotismus-Diskussion um vier amerikanische Kongreßabgeordnete seine Position bekräftigt. Trump hatte vergangene Woche den Kongreßabgeordneten Alexandra Ocasio-Cortez, Rashida Tlaib, Ilhan Omar und Ayanna Pressley – zunächst ohne diese beim Namen zu nennen – vorgeworfen, die USA und Israel zu hassen, Sozialismus zu unterstützen sowie Verständnis für Terroristen aufzubringen.

In einer Rede verteidigte er kurz darauf seine Kritik und bezog sie auf alle Einwanderer: „Wenn es Euch in den USA nicht gefällt, wenn Ihr Euch die ganze Zeit nur beschwert, dann ist es ganz einfach: Ihr könnt gehen, sofort.“

Omar: Trump will alle Schwarzen deportieren

Für die Kritik an den ausländischstämmigen Abgeordneten hagelte es Rassismusvorwürfe. Statt Forderungen nach einer Entschuldigung nachzukommen, legte Trump am Sonntag auf Twitter nach. „Ich glaube nicht, daß die vier Kongreßabgeordneten fähig sind, unser Land zu lieben.“

Er verlangte von ihnen eine Entschuldigung gegenüber Amerika und Israel für die „haßerfüllten Dinge, die sie gesagt haben“. Leute wie Omar, Tlaib, Ressley und Ocasio-Cortez seien „schwache und unsichere Menschen“, denen es nie gelingen werde „unsere großartige Nation zu zerstören“.

Die somalischstämmige Omar, die stets mit Kopftuch auftritt, attackierte Trump erneut scharf. „Dieser rassistische Präsident will alle Schwarzen deportieren und Moslems an der Einreise hindern.“ Omar sieht sich derzeit Vorwürfen ausgesetzt, eine illegale Ehe mit ihrem Bruder eingegangen zu sein, um so US-Einwanderungsgesetze zu umgehen. Sie hatte sich in der Vergangenheit wiederholt israelfeindlich geäußert.

Kaeser: Trump das Gesicht von Rassismus

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte sich am Freitag mit den vier Abgeordneten solidarisch erklärt. Trumps Äußerungen stünden im Gegensatz zu der Tatsache, daß Menschen aus verschiedenen Nationalitäten die Vereinigten Staaten groß gemacht hätten, betonte die Kanzlerin.

Am Wochenende schaltete sich auch Siemens-Chef Joe Kaeser in die Debatte ein. Es bedrücke ihn, daß Trump „das Gesicht von Rassismus und Ausgrenzung“ werde. Er habe viele Jahre in Amerika gelebt und dabei Freiheit, Toleranz und Offenheit erfahren. (tb)

US-Präsident Donald Trump Foto: picture alliance / newscom

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