„Aquarius“
Die „Aquarius“ mit Einwanderern an Bord (Archivbild) Foto: picture alliance / Photoshot
Nach Flaggenentzug für Flüchtlingsschiff

Seenotretter fordern Einsatz der Bundesregierung für „Aquarius“

BREMEN. Die Seenotrettungsorganisation SOS Méditerranée hat an die Bundesregierung appelliert, sich für eine neue Flagge für das Flüchtlingsschiff Aquarius einzusetzen. „Wir sind derzeit komplett handlungsunfähig“, betonte Jana Ciernioch, Sprecherin der Organisation in Deutschland, am Montag während einer Pressekonferenz in Bremen.

„Ohne Flagge können wir nicht retten. Die Bundesregierung hat eine klare Verantwortung, sich zu positionieren, was sie bisher wenig bis gar nicht getan hat“, sagte Ciernioch. Den Flaggenentzug nannte sie eine „Schikane“, die dazu diene, „die letzten Zeugen einer verfehlten europäischen Politik aus dem Weg zu räumen“.

Die Folgen der geschlossenen Häfen seien „völlig inakzeptabel“. Die Situation für die Migranten werde immer schlimmer, äußerte die Sprecherin. Zudem nähmen Diskriminierungen von Rettern immer mehr zu.

Boot liegt in Marseille

Derzeit liege das Schiff noch unter der Flagge Panamas in Marseille vor Anker. Doch die Regierung des mittelamerikanischen Landes werde die Aquarius zeitnah aus dem Register streichen. Der Geschäftsführer der Bremer Reederei Jasmund Shipping, Christoph Hempel, die Eigner des Schiffes ist, rechnet damit, daß dieser Schritt innerhalb einer Woche erfolgen werde.

Zuvor hatte Gibraltar dem Schiff die Flagge entzogen. Um wieder in See stechen zu können, habe es bereits Gespräche mit der Schweiz, Luxemburg und Venezuela gegeben. Laut eigener Aussage habe SOS Méditerranée zusammen mit Ärzten ohne Grenzen seit dem Beginn ihrer Mittelmeereinsätze knapp 30.000 Menschen aus Seenot gerettet. (ag)

Die „Aquarius“ mit Einwanderern an Bord (Archivbild) Foto: picture alliance / Photoshot

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