Donald Trump
Trump plädiert für Kehrtwende in US-Außenpolitik Foto: picture alliance / AP Images

Zukunftspläne
 

Trump will US-Engagement in der Welt zurückschrauben

WASHINGTON. Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hat seine außenpolitische Agenda vorgestellt. Dabei stellte er die zentrale Rolle der USA in der Nato und ihr Engagement in der Welt in Frage. Der Washington Post sagte Trump, Deutschland müsse mehr Verantwortung in der Nato übernehmen.

„Wir können es uns sicher nicht mehr leisten, das zu tun“, sagte der Politiker. „Die Nato kostet uns ein Vermögen. Ja, wir beschützen Europa mit der Nato, aber wir geben viel Geld aus“, während die Verbündeten der USA etwa im Ukrainekonflikt „nichts machen“ würden. Die Ukraine sei ein Land, das die USA kaum etwas angehe. „Warum kümmert sich nicht Deutschland innerhalb der Nato um die Ukraine? Warum machen andere Länder nichts, die in der Nachbarschaft der Ukraine liegen?“ Zudem warnte er vor einem Weltkrieg mit Russland.

„Die hochverschuldete USA sollte aufhören, andere Nation aufzubauen.“

Auf Nachfrage betonte Trump, daß er die Vereinigten Staaten nicht aus der Militärallianz herausführen wolle, sondern aufwändige Militäreinsätze wie im Irak und in Afghanistan ablehne. Die Vereinigten Staaten hätten 19 Billionen Dollar Schulden und sollten aufhören, Nationen aufzubauen und zu unterstützen.

Viele Länder wie etwa auch der „Wirtschaftsriese“ Südkorea dürften ihre Sicherheit nicht mehr auf Kosten der USA bekommen. „Ich bestelle Tausende Fernsehgeräte aus Südkorea“, sagte der Unternehmer. Doch sobald Nordkorea auch nur niese, „fangen wir an, die Schiffe, die Flugzeuge, alles andere zu schicken. Dafür erhalten wir keine angemessene Erstattung.“

Trump will Jerusalem „ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes“ anerkennen.

Die Rücknahme des Atomabkommens mit dem Iran im Juli 2015 erklärte der Favorit für die republikanische Präsidentschaftskandidatur zu seiner außenpolitischen „Priorität Nummer eins“. Er sei seit langer Zeit in der Geschäftswelt und kenne sich mit Verträgen aus. „Dieser Deal ist eine Katastrophe. Für Amerika, für Israel und für den ganzen Nahen Osten.“

Im Falle eines Wahlsieges wolle Trump die engen Beziehungen zwischen den USA und Israel bekräftigen und Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkennen. Zudem plane er die US-Botschaft von Tel Aviv in die „ewige Hauptstadt des jüdischen Volkes“ zu verlegen. (mv)

Trump plädiert für Kehrtwende in US-Außenpolitik Foto: picture alliance / AP Images
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