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Niederlande
 

Wilders protestiert gegen deutsche Anti-Rechts-Broschüre

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Stein des Anstoßes: Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung Foto: JF

BERLIN. Der niederländische Islamkritiker Geert Wilders hat mit Empörung auf eine Anti-Rechts-Broschüre der Amadeu-Antonio-Stiftung reagiert und die Einbestellung des deutschen Botschafters in Den Haag gefordert.

Die vom Bundesjustizministerium geförderte Broschüre „Zwischen Propaganda und Mimikry“ beschäftigt sich mit „Neonazi-Strategien in sozialen Netzwerken“. In einem Vorwort schreibt Bundesjustizministerien Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP), rechtspopulistische bis rechtsradikale Einstellung seien Teil des Nährbodens, „auf dem sich die Zwickauer Zelle bilden und wahllos töten konnte“ und zieht so indirekt eine Verbindung zwischen als Rechtspopulisten titulierten Politikern wie Wilders und der Mordserie an neun ausländischen Kleinunternehmern und einer Polizistin.

Wilders will deutschem Botschafter „die Ohren waschen“ 

Das Kapitel „Islamhasser/innen“ widmet sich zudem der Partei des Wilders-Freund René Stadtkewitz „Die Freiheit“, der Pro-Bewegung, sowie der Internetseite Politically Incorrect. Als Einleitung dient das Massaker des Norwegers Anders Behring Breivik, bei dem im vergangenen Sommer 77 Menschen ermordet wurden. „Sein Tatmotiv“, so die Broschüre, sei „der Haß auf eine multikulturelle Gesellschaft und den Islam“ gewesen. Bebildert ist das Kapitel unter anderem mit dem Facebook-Account der „Freiheit“, auf dem das Porträt Wilders’ zu sehen ist.

Dieser kündigte laut einem Bericht von Welt Online nun an, dem deutschen Botschafter wegen der Broschüre gehörig „die Ohren waschen“ zu wollen. Der Vorsitzende der Partei für die Freiheit (PVV) kann die Einbestellung des Diplomaten fordern, da er die liberal-konservative Minderheitsregierung Hollands duldet. Leutheusser-Schnarrenberger hatte sich bereits in der Vergangenheit negativ über Wilders geäußert und ihn als „zwielichte Figur“ bezeichnet, deren Ratschläge die Integration von Muslimen behinderten. (krk)

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