Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen Foto: picture alliance/dpa
Sicherheit in Europa

Verfassungsschutz warnt vor unentdeckten Terroristen unter Flüchtlingen

BERLIN. Der Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hat sich besorgt über mögliche Terroristen geäußert, die als Flüchtlinge ins Land gekommen sind. Die deutschen Sicherheitsbehörden hätten rund 20 Personen identifiziert, die seit Beginn der Asylkrise „mit einem Terrorauftrag vom IS“ nach Europa gekommen seien.

Vor dem Hintergrund des vereitelten Rizin-Anschlages in Köln, den ein 29 Jahre alter Tunesier geplant hatte, sorge sich der Verfassungsschutz davor, potentielle Terroristen übersehen zu haben, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Problematisch sei in diesem Zusammenhang, daß 80 Prozent der Asylbewerber ohne gültige Ausweispapiere nach Deutschland einreisen würden. Der Austausch mit europäischen Ländern und nordafrikanischen Sicherheitsdiensten zur Identitätsüberprüfung werde so erschwert. „Das ist für uns eine sehr, sehr große Herausforderung“, sagte Maaßen.

Sorge vor Anwerbung durch Salafisten

Ein weiteres Problem stelle die drohende Radikalisierung der Asylforderer in Deutschland dar. Gerade junge Sunniten seien anfällig dafür, in Moscheen von Salafisten angeworben zu werden. „Es darf nicht sein, daß junge Asylsuchende in eine Parallelgesellschaft integriert werden.“

Der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) hatte im November 2015, wenige Tage nach den Terroranschlägen von Paris, gewarnt, Asylbewerber unter Terrorverdacht zu stellen. „Flüchtlinge sind Opfer und keine Täter. Niemand sollte den Terror instrumentalisieren, um jetzt bei uns Stimmung gegen sie zu machen“, hatte Maas damals getwittert. (ag)

Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen Foto: picture alliance/dpa

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