AfD Alternative für Deutschland Wahlkampagne

 

Die Odyssee der Zigeuner

Es ist das vorläufige Ende einer Odyssee. Als Touristen war eine Gruppe Zigeuner aus Rumänien nach Deutschland eingereist. Zwei Wochen hatten sie illegal in Berlin-Kreuzberg campiert – bis schließlich die Polizei sie aufforderte, den Görlitzer Park zu räumen.

Doch eine neue Bleibe war schnell gefunden. Linksalternative hatten sie nach „New Yorck“ eingeladen – nicht etwa in die Millionenmetropole an der Ostküste der Vereinigten Staaten, sondern in einen von ihnen besetzten Flügel des ehemaligen Krankenhauses Bethanien in Kreuzberg. Sie hatten sich bereit erklärt, die rund 60 Roma für einige Tage aufzunehmen, ließen sie in den frisch renovierten Räumen des  Erdgeschosses wohnen, in dem in Kürze bereits eine Kindertagesstätte eingeweiht werden soll.

Drei Tage lang ging die Sache gut. Dann wurde es den linksalternativen Bewohnern offenbar der Gastfreundschaft zuviel. Gemeinsam mit ihren neuen Mitbewohnern stürmten sie eine Ausstellungseröffnung, bei der unter anderem Berlins Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei) zugegen war. Die „New Yorcker“ forderten für die „Touristen“ feste Unterkünfte und medizinische Versorgung, für deren Kinder den Zugang zu Berliner Schulen.

Zwar haben als Touristen eingereiste Personen keinen Anspruch auf staatliche Hilfe. Doch die Senatorin mochte wohl nicht als schlechte Gastgeberin dastehen. Spontan schlug die Politikerin der SED-Nachfolgepartei vor, die Zigeuner in einem Spandauer Flüchtlingsheim unterzubringen. Das aber wollten nun wieder die Roma nicht. Spandau liege nicht zentral genug, argumentierten sie und kehrten wieder zurück nach Bethanien.

Nun aber beklagten sich die linken Bethanien-Bewohner. Schließlich sei die Unterbringung der Roma-Gruppe auf Dauer doch etwas beengend, und überhaupt reichten die Kapazitäten des Projektes für so etwas ja überhaupt nicht aus. Zudem kämen nun auch noch mehr Zigeuner nach Bethanien, weil sich offenbar herumgesprochen habe, daß es hier für sie Unterkünfte gebe. Unterdessen nennt der rot-rote Berliner Senat den Vorgang eine „verfahrene Situation“, zumal die Gesellschaft für Stadtentwicklung mittlerweile Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch gestellt hat. Eine Zwangsräumung wolle der Senat nicht. Und abschieben könne man die EU-Bürger aus Rumänien nicht. Die  Linken lotsten die Roma am Donnerstag vergangener Woche schließlich in Quartier Nummer drei, besetzten mit ihnen die St. Marien-Liebfrauenkirche in der Kreuzberger Wrangelstraße.

Der sich „überrumpelt“ fühlende Pfarrer Olaf Polossek stellt jedoch zügig klar, daß die Zigeuner auch nicht in der Kirche bleiben können, was ihm wiederum Beschimpfungen durch die Roma einbringt. Ratlosigkeit bei den Behörden. Langwierige Diskussionen.

Gegen Freitagmittag folgte schließlich der Entschluß von Teilen der Roma-Familien, nun doch in das Asylbewerberheim in der Spandauer Motardstraße zu ziehen, nachdem Kirchenvertreter den Zigeunern versichert hatten, daß sie ihnen vertrauen könnten. Station Nummer vier für die „Touristen“ aus dem neuen EU-Mitgliedsstaat Rumänien, die nun im Asylbewerberheim logieren, obwohl sie eigentlich keine Asylbewerber sind.

In der Nacht zu Samstag haben auch die restlichen 20 Besetzer die Kirche verlassen. Die Linken sollen die Roma zunächst gedrängt haben, in der Kirche zu bleiben, weil das Asylbewerberheim ein „menschenunwürdiges Abschiebelager“ sei. „Wir hatten den Eindruck, daß sie diese Menschen für ihre politischen Ziele instrumentalisieren“, sagte Pastoralreferent Christian Andrees gegenüber dem Berliner Tagesspiegel.

Die Polizei fährt Extrastreifen

Mitarbeiter des Asylbewerberheims sollen sich zudem darüber beschwert haben, daß die Linken das Heim schlecht geredet hätten. „Erst haben sie über das Essen gemeckert, dann haben sie es selber gegessen“, schilderte ein Mitarbeiter der Zeitung.

Unterdessen fährt die Polizei wegen der Zigeuner bereits Extrastreife. „Wir stellen eine erhöhte Anzahl von Anzeigen wegen Ladendiebstahls fest. So wurden binnen einer halben Stunde die Tageseinahmen einer Kfz-Werkstatt und einer Bücherei gestohlen“, sagte ein Beamter dem Boulevardblatt B.Z. am Sonntag. Unmittelbar vor den Delikten sollen Roma-Frauen in der Nähe gewesen sein, berichtet der Polizist weiter.

Das Bethanien erlangte bereits im Jahr 1971 unrühmliche Bekanntheit durch die Besetzung eines Nebengebäudes auf dem einstigen Krankenhaus-Gelände. Die Besetzer tauften es damals in Georg-von-Rauch-Haus um. Von Rauch war Anfang der siebziger Jahre ein Angehöriger der militanten linksradikalen Szene und Mitglied im „Zentralrat der umherschweifenden Haschrebellen“, einer maßgeblichen Vorläufer-Organisation der späteren terroristischen „Bewegung 2. Juni“. Er lebte seinerzeit in einer Kommune in der Wielandstraße von Berlin-Charlottenburg. Der damalige Hauptmieter der Wohnung: der Ex-RAF-Anwalt, Ex-Grüne und Ex-Bundesinnenminister und Bundestagsabgeordnete Otto Schily (SPD).         so bedaure ich das sehr und entschuldige mich ausdrücklich."

Probeabo JF 2021 Gratis lesen

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles