Revolution in Watte

Der Ferienbeginn hat für nicht wenige Schüler den Nachteil, daß er durch die Zeugnisvergabe in Moll getönt ist. Dies möchten die „Linke SchülerInnenaktion (LISA)“, die Landesschülervertretung, die „Kinderrechtsorganisation Krätzä“ und natürlich die SPD-Pimpfe der „Falken“ zukünftig verhindern. Am Berliner Rathaus erschienen deshalb knapp zwei Dutzend Schüler, um vor dem roten Gemäuer „gegen den ungerechten und repressiven Charakter von Schulnoten“ zu protestieren. Zensuren dienten „allein der Disziplinierung von Schülern, fördern stures Auswendiglernen und führen zu ungerechtfertigtem Leistungsdruck“, belehrten die Nachwuchsrevolutionäre. Den Zenit erreichte der fast barrikadenhafte Protest, als die gerade erhaltenen Zeugnisse demonstrativ in einer Blechtonne verbrannt wurden. Allzu radikal fiel diese Aktion gegen das verhaßte Symbol aber dann doch nicht aus: Man nahm sicherheitshalber Kopien der Originaldokumente.

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