Grapsch-Attacken

Sexuelle Belästigung: Flüchtlingsblogger Aras B. bestreitet Vorwürfe

LEMGO. Der Flüchtlingsblogger Aras B. hat vor dem Amtsgericht Lemgo die Vorwürfe bestritten, er habe mehrere Frauen und Mädchen sexuell belästigt und begrapscht. „Ich kann mir die Vorwürfe nicht erklären. Ich bin mir ganz sicher, daß ich das nicht gemacht habe“, sagte B. am Freitag in der Verhandlung.

Er warf den geladenen Zeugen zudem vor, ihre Aussage abgesprochen zu haben und die Unwahrheit zu sagen. Auf die Frage des Richters, welches Motiv die mutmaßlichen Opfer dafür hätten, erläuterte B., es habe in seiner Ausbildungsklasse Streit gegeben, da er mit Mitschülern, die nicht an ihrer Zukunft arbeiteten, nichts zu tun haben wollte. Er habe immer seine Hausaufgaben gemacht, die die anderen dann hätten abschreiben wollen. Als er sich irgendwann geweigert habe, sei er gemobbt worden.

Vorwurf: Mitschülerinnen ins Ohr gestöhnt

Auf die Frage, ob und warum er in der Klasse einen Pornofilm auf dem Handy gezeigt habe, antwortete B., er habe nur den Anfang des Videos gezeigt. Daß er Mitschülerinnen ins Ohr gestöhnt habe, bestritt der Syrer jedoch. Er leide wegen seiner Flucht an Depressionen und stöhne deswegen manchmal. Sollte er dies in der Nähe von Mädchen getan haben, sei das nicht gezielt geschehen.

Aushang der Verhandlung im Amtsgericht Lemgo Foto: JF/mec

Vor Gericht bestätigte sich zudem, daß es wegen mehrerer Vorfälle mit B. eine Schulkonferenz gab, in deren Folge er in eine andere Klasse versetzt wurde, die nur aus Jungen bestand.

Eine 18 Jahre alte Schülerin beschuldigte B. am Freitag vor Gericht, er habe sie mehrere Male so stark an Gesäß und Brust gegriffen, daß sie Schmerzen erlitt. Sie sei darauf mehrfach zur Klassenlehrerin gegangen, um sich zu beschweren. Diese habe jedoch nichts unternommen. Allerdings habe sich dann eine Religionslehrerin eingeschaltet und sei mit ihr zur Polizei gegangen, wo sie im Mai Anzeige gegen B. stellte. Zu einem Urteil kam es am Freitag jedoch nicht, weil eine weitere geladene Zeugin nicht erschien. Der nächste Verhandlungstag ist nun für den 11. Dezember angesetzt.

B. bestritt gegenüber der JUNGEN FREIHEIT die Vorwürfe

Dem 1998 geborenen Kolumnisten (u. a. HuffPost, Vice) wurde vorgeworfen, an seiner ehemaligen Schule in Lemgo, dem Lüttfeld-Berufskolleg, sowie im Schulbus mehrere Frauen und Mädchen begrapscht zu haben.

Gegenüber der JF hatte der Flüchtlingsblogger im Oktober das noch als „Fake“ bestritten. Nichts daran stimme. Von einem Prozeß sei ihm nichts bekannt, eine Vorladung habe er nicht erhalten. Als ihn die JF mit der geplanten Veröffentlichung der bevorstehenden Verhandlung jedoch nochmals per E-Mail konfrontierte, verschwanden sein Account auf Twitter sowie seine Fan-Seite bei Facebook.

B. sorgte in der Vergangenheit vor allem in den sozialen Medien mit Forderungen und provokanten Äußerungen immer wieder für Empörung und Aufregung. Mal meinte er, AfD-Wähler hätten in Deutschland „nichts zu suchen“ und Wutbürger sollten Deutschland verlassen, mal gestand er, viele Syrer würden in Deutschland bei der Angabe ihres Alters nicht die Wahrheit sagen.

Für B. gehören Handys zur Grundversorgung von Flüchtlingen

Auch fand B., ein Handy gehöre zur Grundversorgung von Flüchtlingen, der Staat solle ihnen daher Mobiltelefone finanzieren. Über die wütenden Reaktionen, die er von Lesern deshalb erntete, schrieb B. im Oktober 2016 auf HuffPost: „Es ist traurig, was für Kommentare mancher deutsche Wutbürger über uns Flüchtlinge im Internet verbreitet. Es ist schon unglaublich, wie oft und wie heftig wir beschimpft werden.“

Oft war vermutet worden, B. existiere gar nicht, sondern sei eine Kunstfigur von Journalisten, die so rechte Leser in den sozialen Netzwerken provozieren wollten. Im Januar führte die JF jedoch ein Interview mit B. und sprach mit ihm über seine provozierenden Texte. Im September zog der „Faktenfinder“ der ARD nach und präsentierte seinen Lesern B. als Paradebeispiel gelungener Integration.

Die Überschrift lautete damals: „Der Jeside, den es angeblich nicht gibt.“ Mit der heutigen Verhandlung am Amtsgericht Lemgo hat B. einen weiteren Beweis für seine Existenz geliefert. (mec/krk)

Amtsgericht in Lemgo / Mußmaßlicher Tatort: Berufskolleg Lüttfeld Fotos: JF/mec, privat; Montage: JF

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