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„woke“, „boostern“, „podcasten“: Online-Duden nimmt „trans“ und „N-Wort“ auf

„woke“, „boostern“, „podcasten“: Online-Duden nimmt „trans“ und „N-Wort“ auf

„woke“, „boostern“, „podcasten“: Online-Duden nimmt „trans“ und „N-Wort“ auf

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Online-Duden nimmt „trans“ und „N-Wort“ auf

BERLIN. Der Online-Duden hat im 2021 über 500 neue Wörter aufgenommen. Darunter befinden sich beispielsweise Begriffe wie „trans“, „woke“ oder „N-Wort“. Mit letzterem ist der Ausdruck „Neger“ gemeint. Durch die Verkürzung soll deutlich gemacht werden, daß die Verwendung des Begriffs nicht mehr zeitgemäß und politisch unkorrekt sei.

„2021 war ein sehr sprachbewegtes Jahr, in dem so viel über Sprache diskutiert wurde wie seit der Rechtschreibreform 1996 nicht mehr“, erläuterte die Chefredakteurin der Duden-Redaktion, Kathrin Kunkel-Razum, am Montag die Erweiterung des Internet-Wörterbuchs.

„Vor allem auf dem Gebiet Corona, Medizinversorgung und Epidemiologie hatten wir in diesem Jahr wie auch schon 2020 eine große Dynamik,“ sagte sie dem Evangelischen Pressedienst. So hätte ein Fünftel der neu aufgenommenen Worte einen Corona-Bezug. „PCR-Test“ und „Long Covid“ seien etwa in den Online-Duden aufgenommen worden.

Sprachwissenschaftler kritisieren gegenderten Duden

Aber auch Themen wie „Gender“ oder „Politische Korrektheit“ hätten das Vokabular der Menschen in diesem Jahr geprägt, ergänzte Kunke-Razum. In der Regel finden alle in das digitale Wörterbuch aufgenommenen Begriffe auch Eingang in die alle drei bis vier Jahre erscheinende Druckfassung des Dudens.

Kunkel-Razum ist seit 2016 Chefredakteurin des deutschen Nachschlagewerks. Anfang des Jahres zog sie mit der Entscheidung Kritik auf sich, über 12.000 Personenbezeichnungen im Online-Duden zu gendern. Vor Kurzem hatte sie diesen Schritt im Gespräch mit dem Börsenblatt noch einmal verteidigt. „In Sachen Gendern wünsche ich mir mehr Gelassenheit.“

Der Linguist Peter Eisenberg kritisierte die Änderungen damals im NDR. „Was der Duden jetzt macht, ist ein klarer Verstoß gegen feststehende Regeln im Standard-Deutschen. Das heißt, der Duden vertritt nicht die Sprache, wie sie ist, sondern er will die Sprache umbauen. In dieser Offenheit, in dieser Dreistigkeit hat es das bisher nicht gegeben“, empörte sich der emeritierte Professor. Auch weitere Sprachwissenschaftler sowie der Verein für Deutsche Sprache kritisierten die Maßnahme. (fw)

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