Verkehrspolitik

„Sand im Getriebe“: Autogegner rufen zur Blockade der IAA auf

FRANKFURT/MAIN. Das Bündnis „Sand im Getriebe“ hat eine Blockade der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) angekündigt. „Wir werden mit unseren Körpern die Zugänge blockieren“, sagte die Sprecherin der Organisation mit dem Pseudonym „Tina Velo“ gegenüber dem Handelsblatt. Sie rechne mit mehreren hundert Unterstützern.

Im Gegensatz zu anderen Kritikern der Automobilindustrie wie attac schloß „Sand ins Getriebe“ auch illegale Aktionen gegen die IAA nicht aus. „Wir wollen eine radikale Verkehrswende von unten, mit deutlich weniger Autos. Dazu sind wir auch bereit, die Grenze des legalen Protests zu übertreten“, betonte „Velo“. Zugleich versicherte sie, es werde keine Gewalt gegen Menschen und Autos geben.

Die Mitglieder von „Sand im Getriebe“ sollen bereits bei Protesten im Hambacher Forst Erfahrungen für Blockaden gesammelt haben, berichtete die Welt. Die Gruppe distanziere sich nicht von radikaleren Auto-Gegnern, die unter dem Namen „Steine ins Getriebe“ Ende August Fahrzeuge eines Autohändlers im hessischen Kronberg beschädigten. Dabei wurden rund 40 Land Rover Aston Martins und Jaguar demoliert. Der Schaden betrug laut Polizei mehrere hunderttausend Euro.

Linksextreme versuchen „Fridays for Future”-Bewegung zu unterwandern

In einem Bekennerschreiben auf der linksextremen Homepage Indymedia rief „Steine ins Getriebe“ ebenfalls zur Blockade der IAA und der Teilnahme an der „Fridays for Future“-Bewegung auf. Man befinde sich in einem ähnlichen Kampf wie die militanten Braunkohle-Gegner im Hambacher Forst, hieß es weiter. Bereits vor Monaten hatten Sicherheitsbehörden gewarnt, daß linksextreme Gruppen versuchten, die Schülerstreikproteste zu unterwandern.

Für Samstag planen mehrere Anti-Globalisierungs- und Umweltgruppen eine Sternfahrt gegen die IAA. Laut der Organisation Naturfreunde haben sich 10.000 Teilnehmer angemeldet. Eine Sprecherin der ebenfalls beteiligten Umweltschutz-Organisation Greenpeace, Marion Tiemann, betonte gegenüber der Welt: „Man darf das Thema Mobilität nicht in die Verantwortung des Einzelnen stellen.“ (ag)

Die Sprecherin des Bündnisses „Sand im Getriebe“, die unter dem Pseudonym „Tina Velo“ auftritt Foto: picture alliance/Boris Roessler/dpa

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