Für den Integrationsbeauftragten des DFB, Cacau, hat die Entscheidung im Fall Tönnies einen Beigeschmack Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress
Fußball, Afrika und Migration

DFB-Integrationsbeauftragter bemängelt Entscheidung im Fall Tönnies

FRANKFURT. Der Integrationsbeauftragte des Deutschen Fußballbundes (DFB), Cacau, hat die Entscheidung des Schalker Ehrenrats gegen Aufsichtsratschef Clemens Tönnies kritisiert. An sich sei es „okay“, daß Tönnies sein Amt für drei Monate ruhen lasse. „Das Problem an der Sache ist aber, daß er sich sozusagen selbst bestraft hat. Der Ehrenrat ist selber nicht aktiv geworden, er hat letztlich einfach dem von Clemens Tönnies vorgeschlagenen Strafmaß zugestimmt. Das hat einen faden Beigeschmack“, sagte er der Welt.

Tönnies hätte sich für seine diskriminierenden Aussagen bei den Afrikanern entschuldigen sollen. „Das wäre ein wichtiges Zeichen gewesen, vor allem ein Zeichen der Reue.“ Zwar sei der Fußballfunktionär bislang nicht rassistisch auffällig geworden, er habe damit aber viel Vertrauen verloren.

Daß der Fleischfabrikant seine Äußerungen während einer Rede auf dem „Tag des Handwerks“ gemacht hatte, sei „sehr ungewöhnlich und in dieser Art und Weise nicht zu akzeptieren“, betonte Cacau. „Es ist schon gravierend, wie abfällig er sich da über die Menschen in Afrika geäußert hat.“

Lienen versteht Aufregung um Fall Jatta nicht

Unterdessen attackierte der Technische Direktor des Fußballzweitligisten FC St. Pauli, Ewald Lienen, die Sport-Bild dafür, daß sie über den möglichen Asylbetrug des Hamburger Spielers Bakery Jatta berichtet hatte. Laut Recherchen des Magazins sei der afrikanische Fußballprofi unter falschem Namen und Angabe eines späteren Geburtsdatums als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland eingereist.

Er könne nicht verstehen, warum man sich überhaupt auf die Suche nach so einem Fall mache, empörte sich Lienen im NDR Sportclub. „Die Sport-Bild soll sich was schämen.“ Der Spieler des Hamburger SV sei integriert und zahle steuern. Die ganze Aufregung um seine Person sei „lächerlich“. Er könne nicht sehen, wo es in der Angelegenheit ein Problem gebe und wer dadurch geschädigt sei. (ag)

Für den Integrationsbeauftragten des DFB, Cacau, hat die Entscheidung im Fall Tönnies einen Beigeschmack Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress

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