Diskussion um Stauffenberg-Attentat: Die neue Begeisterung für die Kollektivschuld der Deutschen
Diskussion um Stauffenberg-Attentat: Die neue Begeisterung für die Kollektivschuld der Deutschen
Diskussion um Stauffenberg-Attentat: Die neue Begeisterung für die Kollektivschuld der Deutschen
Kurz nach dem mißglückten Anschlag am 20. Juli 1944 besichtigen Hitler (m.) und Italiens Diktator Benito Mussolini (l.) den Anschlagsort Foto: picture alliance / brandstaetter images/Votava | Votava / JF-Montage
Diskussion um Stauffenberg-Attentat
Die neue Begeisterung für die Kollektivschuld der Deutschen
Welchen fixen Ideen Journalisten mittlerweile aufsitzen, zeigt ein Artikel in der „Welt“ zum 20. Juli, in dem die Freude geäußert wird, daß der Aufstandsversuch von Stauffenberg scheiterte. Zu solchen Urteilen kann nur kommen, wer ein erschütterndes Maß an Unwissen oder Ignoranz über die deutsche Geschichte verinnerlicht hat. Ein Kommentar von Karlheinz Weißmann.
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-> Die souveränen, also demokratisch-selbstbestimmten Nationalstaaten als unmündige Schüler, und irgendwelche dubios zustande gekommenen Istitutionen einer „Weltgemeinschaft“ dagegen als vorgesetzte autoritäre Lehrkräfte.
Diese Hierarchie und Umerziehungs-Ideologie wird in Deutschland begründet mit einer „Lehre aus der Geschichte“.
Die „fixe Idee“ bestand darin, daß die Deutschen von Natur aus einer Westbindung entgegenstünden.
Wobei das nicht unbedingt eine „fixe Idee“ der Briten und Amerikaner per se gewesen sein dürfte, auch nicht ihrer regierenden Eliten, sondern vielmehr ihrer Kriegspropaganda nach außen hin. Aber das nur am Rande.
Tatsächlich waren es vor der NS-Diktatur nicht die Deutschen gewesen, die sich gegen den Westen stellten, sondern genau umgekehrt.
Die Westbindung Deutschlands hätte man schon lange haben können, wenn man den Deutschen denn die Tore dazu geöffnet hätte, statt sie mit Feindseligkeit und Schikanen zu bedenken.
Freilich wäre das dann ein unzerstörtes Deutschland in seiner (fast) ursprünglichen Stärke gewesen, also den Briten und Franzosen mindestens ebenbürtig und auf Augenhöhe.
Vermutlich war aber genau das das Problem.
Und ich hatte vor kurzem einen Augenblick mit dem Gedanken gespielt, wieder einmal ein Welt-online Probe-Abo zu zeichnen.
Dies hat sich nun für lange Zeit erledigt, weil sie es einfach nicht lassen können und der ganze Selbsthass, die Selbstverachtung und Ehrlosigkeit aus allen Redaktionsräumen trieft.
Das pseudo-konservative Tanga-Röckchen als Alleinstellungsmerkmal können sie getrost ablegen, da hilft auch kein verzweifeltes (berechnendes) Zurückrudern mehr.
Elsässer hat all diese intellektuelle Verkommenheit schmerzhaft angeprangert und leider die Quittung des „westlichen“ Rechststaates erhalten.
Dieser Herr Schuster erklärt mit dem Begriff Kollektiv-Schuld seine eigene Vorstellung, die er haben darf, die aber mit Sitten und Gebräuchen nichts zu tun haben. Man darf umso mehr frei denken und den Begriff Kollektivschuld als absurd titulieren. Kein vernünftiger Mensch würde akzeptieren, mit einem Kriminellen in der Familie eine ganze Familie als kriminell zu bezeichnen. Das war bestenfalls beim NS-Staat möglich, und damit rückt dieser Herr Schuster seine Vorstellung in die irrsinnigen Begriffsbestimmungen jener Geisterfahrer der NS-Zeit. Herr Schuster ist sich also nicht zu schade, mit NS-Verbrechern ins Boot von idiotischen Begriffsverwirrungen zu steigen. PFUI DEIBEL.
„Die Welt weiß alles,
was die Deutschen getan haben.
Sie weiß nichts darüber,
was den Deutschen angetan wurde.“
Patrick Buchanan, US-Politiker
Danke fuer diesen Beitrag! Ich war sprachlos, also ich den Welt-Artikel und am Tag danach dessen noch krassere Einordnung las. Es brauchte die totale Vernichtung Deutschlands, die durch ein gegluecktes Attentat verhindert worden waere. Schliesslich konnte nur die totale Vernichtung mit millionenfachem Tod (NB, Deutsche in den Nachrkriegsjahren) sicherstellen, dass wir diese nachwievor besetzte Bundesrepublik haben, in der dieser Systemjournalist fest im Sattel sitzt. Von einen solchen Fall von dreistem Opportunismus und wie ich finde auch Beschraenktheit habe ich selten gehoert; er verhoehnt die Opfer und wo ist denn hier der Verfassungsschutz?
Die „Welt“ ist halt extrem transatlantisch.
Erstens ist das Narrativ, daß die totale Vernichtung Deutschlands „alternativlos“ gewesen sei, unerläßlich für die Rechtfertigung gegenwärtiger und noch kommender amerikanischer Expansionskriege.
Zwar ist davon auszugehen, daß die Amerikaner mit Rußland nicht ganz so brutal umgehen würden wie sie mit Japan und Deutschland im Zweiten Weltkrieg umgegangen sind (wenn sie gegenwärtig überhaupt dazu die Macht besäßen).
Aber grundsätzlich wird schon mal die Kriegsrhetorik auf die Parallele „böses Deutschland damals -> böses Rußland heute“ angestimmt.
Zweitens opfert die Springerpresse gern die Würde der Deutschen für den „Profit“, sich dadurch dem Vorwurf der Rechtslastigkeit entziehen zu können.
Also nach dem Motto: „Wie sollen wir denn rechts sein, wenn wir doch bekennend antideutsch sind?“
Verständlich ist die Freude über das Scheitern vom Aufstand des 20. Juli, weil dieser ziellos, unrealistisch und nicht Deutschland, sondern dem Gewissen seiner Verschwörer gewidmet war. Denn Deutschland brauchte, losgelöst von jeder Moral, zuerst einen Sieg oder eine Pattsituation.
Die militärische Niederlage hätte wahrscheinlich auch nicht von einer Regierung des 20. Juli abgewendet werden können, genauso wenig wie die Alliierten – Weißmann liefert hier die Argumente – die Nationalsozialisten, sondern die Deutschen als Nation besiegen wollen.
Hätte das Attentat und der Staatsstreich funktioniert, hätten die Alliierten sogar noch intensiver ihre Taten rechtfertigen müssen, gegen einen weniger unmoralischen Gegner. Die Verschwörer dagegen wären, bevor sie in Nürnberg gerichtet worden wären, mit Konterrevolution, vielleicht Chaos und Bürgerkrieg, konfrontiert gewesen.
Den Verschwörern wäre nicht einmal ihr Gewissen geblieben und den Deutschen kein Sündenbock, um die Tatsache zu verleugnen, dass die Alliierten richtig liegen: Die deutsche Nation fordert die Weltordnung heraus und wird es solange tun, bis es siegt oder vergeht. Falsch ist die Begründung, heuchlerisch die Wertung.
Max Weber geriet außer sich vor Zorn über ein „Literatenvolk“, das sich in Bezichtigungen einer deutschen „Kriegsschuld“ erging und den unversöhnlichen Kriegsgegnern als Kronzeuge anbot.
Die Niederlage, schrieb er schon im Januar 1919, mußte für diese Leute unbedingt die Folge einer Schuld 😁 sein, „dann nur entsprach sie jener ‘Weltordnung’, welche alle solche schwachen, dem Antlitz der Wirklichkeit nicht gewachsenen Naturen allein ertragen“.
“Mit Greuelpropaganda haben wir den Krieg gewonnen …Und nun fangen wir erst richtig damit an! Wir werden diese Greuelpropaganda fortsetzen, wir werden sie steigern bis niemand mehr ein gutes Wort von den Deutschen annehmen wird, bis alles zerstört sein wird, was sie etwa in anderen Ländern noch an Sympathien gehabt haben, und sie selber so durcheinander geraten sein werden, daß sie nicht mehr wissen, was sie tun.
Wenn das erreicht ist, wenn sie beginnen, ihr eigenes Nest zu beschmutzen, und das nicht etwa zähneknirschend, sondern in eilfertiger Bereitschaft, den Siegern gefällig zu sein, dann erst ist der Sieg vollständig.
Denis Sefton Delmer, Chef der britischen Propaganda im 2.Weltkrieg,nach der Kapitulation 1945 zu dem deutschen Völker
Ein Erfolg des 20. Juli hätte wohl sehr wahrscheinlich eine Dolchstoßlegende erzeugt, was nicht bedeuten muß, daß der Erfolg des 20. Juli kein Segen gewesen wäre. Und die Lehre vom deutschen Sonderweg bleibt richtig. Dessen Abgrenzung vom Westen als Vorbild vertreten ja übrigens die AfD- Vertreter Höcke und Dr. Krah als politische Forderung in ihren Büchern und sonstigen Äußerungen- und mancher hier. Daß Rußland noch weit mehr Sonderweg war, ändert daran sowenig wie, daß jedes Land sich von anderen unterscheidet, und auch im Westen der Umfang der Demokratie in der Schweiz und den USA viel weiter war als etwa in Großbritannien und den Niederlanden. Es bleibt aber, daß der Umfang der Demokratie (Volkswahl aller Parlamente in Zentralstaat und Ländern und Volkseinfluß auf die Auswahl der Regierungen, leitender Beamter, Richter) sowie die Freiheit der Bürger vom Staat nicht immer in allen Einzelheiten aber insgesamt in Deutschland wesenhaft geringer war als vor allem in den USA und der Schweiz.
Ob Rußland noch mehr Sonderweg war, tut nichts zur Sache. Die Sonderwegthese ist im Ursprung alliierte Kriegspropaganda und seit den 60er Jahren von willige deutschen Geschichtsideologen „verwissenschaftlicht“ worden. Es gibt keinen Maßstab, nach dem man den Normalweg bestimmen könnte. Hätte sich Deutschland 1871 Frankreich, das von 100 Familien beherrscht wurde und eine diskontiernuierliche Geschichte hinter sich hatte, zum Vorbild nehmen sollen? OderGroßbritannien mit seiner Kastengesellschaft und seinem undemokratischen Wahlrecht? Oder die USA mit ihrem Sklavereiproblem und seiner beginnenden plutokratischen Entartung? Diese drei Länder mit ihren höchst unterschiedlichen Geschichten sollen der Westen sein, an dem sich Deutschland hätte orientieren sollen? Ihre apodiktische Behauptung im Sparformat erfordert zur Widerlegung mindestens mehrere Seiten Text, die hier nicht zur Verfügung stehen. Aber vielleicht können Sie sich noch das Werk von H. Grebing besorgen, die meines Wissesns als erste Hochschullehrerin die Unsinnigkeit der Sonderwegthese aufgezeigt hat. Das für den Anfang: Helga Grebing: Der „deutsche Sonderweg“ in Europa 1806–1945. Eine Kritik. Kohlhammer, Stuttgart 1986
“ … das es einem Meinungsmacher wie Jacques Schuster ganz selbstverständlich erscheinen läßt, von der Nichtigkeit des eigenen Volkes zu sprechen“
Der identifiziert sich doch nicht mit uns Deutschen! Der gehört doch zu einer Spezialelite, die wie selbstverständlich davon ausgeht, über uns zu stehen.
„Die Ursache … in einem deutschen Charakterfehler“
Die Legende vom Gaskammer-Gen.
ALLE Deutschen sind Gleich. Denn Alle sind Träger dieses Gens.
Das müssen Alle g l a u b e n. Weltweit. Und damit alle das glauben, wird demokratisch darüber abgestimmt. Beschlossen, verkündet und geglaubt.
Hitler ist nur Kanzler geworden, weil die NSDAP mit 40% die stärkste Kraft war, nicht , weil sie ne Mehrheit hatten. Auch haben nicht 65 Millionen Deutsche sechs Millionen Juden umgebracht. Wie soll das gehen? Und deutsch ist auch keine Tätersprache, sondern auch Opfersprache, denn für sehr viele Juden war deutsch die Muttersprache. Dann wären da noch die deutschen Soldaten, die bei Verweigerung mit ihren Familien schwerste Strafen zu erwarten hatten.
Zusammengefasst gab es sicher deutsche Täter aber sicher mehr deutsche Opfer und mir ist es inzwischen egal, ob ich das irgendwo „über Medien jeder Art und ohne Rücksicht auf Grenzen Informationen und Gedankengut“ verbreiten darf. Einer muss ja die Großeltern verteidigen. Wir haben keine Kollektivschuld. Keiner soll für die Schuld seiner Väter büßen. Altes Testament, Ezechiël 18
Wieder ein hervorragender fundierter Artikel. Die Alliierten mit den Amerikanern an der Spitze haben das deutsche Schuldbewußtsein und die Selbstverachtung grundgelegt, angefangen mit den Nürnberger Schauprozessen, deren Urteile von der „DDR“ anerkannt wurden, von der Bundesrepublik bis heute nicht. Konrad Adenauer wußte wie die weit überwiegende Anzahl der deutschen Zeitgenossen noch, daß der Sieger die Interpretationshoheit hat und hat das einfach nüchtern in Rechnung gestellt. Er wollte erst einmal heraus aus dem Schlamassel von Niederlage und moralischem Zusammenbruch und möglichst weitgehende Mitbestimmung des Deutschen Volkes über sein eigenes Schicksal erreichen. Daß es einmal Generationen von Deutschen geben würde, die sich wollüstig im Schuldkult suhlen würden, konnte vor 1965 niemand ahnen. Heute ist der moralische Ausverkauf Deutschlands bei den „Eliten“ nicht mehr umstritten. Wer solche Journalisten wie Jacques Schuster hat, braucht keine ausländischen Gehirnwäscher mehr.
Der Neuntöter spießt den Frosch auf einen Dorn. Wir sind Frosch und Neuntöter in einem.
Egal, ob akademisch verbrämt als „studierter Historiker“ mit wohlklingenden Aufsätzen oder als linksgrüner Proll hinter Bannern „Deutschland, du mieses Stück Scheiße“ – der Selbsthaß der meisten Deutschen ist der größte Erfolg der „Reeducation“.
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Kurz nach dem mißglückten Anschlag am 20. Juli 1944 besichtigen Hitler (m.) und Italiens Diktator Benito Mussolini (l.) den Anschlagsort Foto: picture alliance / brandstaetter images/Votava | Votava / JF-Montage
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