Erdoğan regiert die Türkei eine weitere Amtszeit lang. Die Aussichten für sein Volk sind wenig rosig. Zudem droht dem Land auch außenpolitisch einiges, wenn der Staatschef von innenpolitischen Problemen ablenken will. Ein Ausblick von Laila Mirzo.
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Eine Regenbogen- oder sonstige Farbenrevolution in der Türkei werden die BRICS-Staaten nicht zulassen. Erdogan hat sich bei denen garantiert rückversichert. Die liberalen, laizistischen Bevölkerungsteile der Türkei sind auf dem absteigenden Ast, allein schon demografisch. Der Islam hat gerade unter jungen Türken Kultstatus. Das ist höchst eigenartig. Nicht dass die alle super religiös drauf wären. Aber die angestammte Religion verschafft ihnen ein Gefühl viriler, brachialer Überlegenheit. Die Thymos-Spannung ist enorm. Da kann der Westen mit seinen Werten einfach nicht mithalten. Die sind viel zu abstrakt und kompliziert und obendrein sehr langweilig. Warmduscher und Weicheicher haben es schwer im Nahen Osten. Die Gegend dort ist einfach nicht geschaffen für übertriebene Zivilisationsmodelle. Und was ganz wichtig ist: Dort gibt es kein Ökospießertum. Alles, worunter wir hier im deutschen (Süd-) Westen, besonders in BaWü, so sehr leiden – dort gibt es das nicht. Die bei uns lebenden Türken sind in ihrer übergroßen Mehrheit kein Teil der bundesdeutschen Zivilgesellschaft, und das ist gut so. Erdogan sei Dank.
#Zudem schwächt eine hohe Arbeitslosigkeit die Kaufkraft der Menschen. Miet- und Energiekosten explodieren, die Preise für Lebensmittel treiben Millionen einkommensschwache…..# Schreiben Sie über die Türkei oder ein Land, welches sich zu den besten zählt?
So einen Artikel hätte ich auch in der SZ lesen können. „Frauen- und Menschenrechte“. Das sind die Tarnbegriffe für „wir im Westen haben Recht und haben’s Euch gesagt“. Es ist auch so, dass sich die Türkei wesentlich stärker nach Russland ausrichten wird, die BRICS-Staaten sind wohl was GDP betrifft schon über der G7. Wir werden sehen. Es bleibt spannend.
Ja, Entlassung aus dem öffentlichen Dienstwegen Zugehörigkeit zu einem regierungskonträrem Lager durch Erdogan.
Wegen Erdogan wird es ganz sicher keinen Bürgerkrieg in der Türkei geben. Wer so etwas schreibt, hat nun wirklich keine Ahnung von dem Land oder will bewusst den Leser verunsichern.
Ich für meinen Teil bin heilfroh, dass Erdogan die Wahl gewonnen hat. Außenpolitisch übernimmt er derzeit einen wichtigen Part im Eurasischen Raum. Er hat mitgeholfen, den Getreidedeal zwischen der Ukraine und Russland auszuverhandeln. Schaltet sich jetzt auch in die Krise zwischen Serbien und dem Kosovo ein.
„Dies bedeutet eine Verschlechterung der Lage der Frauen- und Menschenrechte, was mit gewaltvollem Protest der Betroffenen Minderheiten einher gehen könnte.“
Dies ist schlampig formuliert, meines Erachtens, noch abgesehen von dem Schreibfehler.
Denn entweder insinuiert diese Formulierung, dass Frauen keine Menschen seien, weil ihre Rechte neben denen der Menschen extra erwähnt werden, oder dass sie eine Minderheit seien, also eine unter den vielen anderen Minderheiten.
Hauptsache, es hat der Wessi unter den beiden Bewerbern nicht gewonnen. Der gilt unter jungen Türken als ähnlich dekadent, gottlos und amerikahörig, wie viele von uns deutschen Patrioten unsere derzeitige Berliner Elite empfinden. Davon konnte ich mich in persönlichen Gesprächen selbst überzeugen. Ausserdem verfügt der alte und neue oberste türkische Sachwalter und Amtsträger über enormes Charisma über die Landesgrenzen hinaus – gerade auch auf dem östlichen Balkan.
Er wird Krieg gegen Griechenland führen.
Er benötigt einen „richtigen“ Sieg, nicht geschenkte, wie in Berg+Karabach, Irak oder Syrien.
Oder die Amerikaner „überzeugen“ Mitsotakis, „freiwillig“ auf Rechte in der Ägäis und Mittelmeer zu verzichten. Getarnt als „gemeinschaftliche Nutzung“.
Erdogan ist nicht der Nabel der Welt, und die Türkei ist keine Insel. Das Schicksal der Türken, wie auch das anderer Völker, hängt vom Konflikt Russland-USA ab. Die Großwetterlage entscheidet.
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