Tschö, Journalismus
Tschüß, Journalismus, Hallo, Aktivismus: Die Linke Medienalkademie zeigt, wie´s geht Foto: picture alliance / Zoonar | Lars Zahner

Linke Medienakademie
 

Tschö, Journalismus

Wo kommen eigentlich all die linken Irgendwas-mit-Medien-Macher her, die tagtäglich das Netz mit Gesinnungsgranaten eindecken und als Volontäre bei den Öffentlich-Rechtlichen mit SED-Einheitsfront-verdächtigen mehr als neunzig Prozent Linksgrünrot wählen würden? Zum Beispiel aus Lima.

Nicht der peruanischen Hauptstadt, sondern der „Linken Medienakademie“, wo Linke mit gesteigertem Agitationsdrang in Onlineseminaren, Schulungen und Vorträgen noch strammer gemacht werden. Heute ist übrigens Anmeldeschluß für die nächste Seminarwoche Ende März.

„Ciao, Objektivität“ – die erste Veranstaltung gibt gleich die Parole aus, wo es langgeht. Sachliche Berichterstattung war gestern, über „persönliche Geschichten“ läßt sich Ideologie doch viel besser transportieren. Gut, über die im Begleittext angepriesenen „Erfolge“ neuer linker Jugendmedien wie „bento“ (eingestellt) oder „Vice“ (drastisch zusammengestrichen) kann man streiten.

„Pressearbeit für linke Aktivist*innen“

Aber wer mitten aus dem prallen Leben über seine Erfahrungen schreiben will, lernt hier, wie: „Trans*phobie“, „Menstruationsunterhose“ oder unfaires Bafög: „Jede*r hat eine Geschichte zu erzählen“, und sei es, wie man als eingeheiratete königliche Millionärin im Buckingham Palace vom allgegenwärtigen Rassismus in Selbstmordgedanken getrieben wird – aber lassen wir das.

Es gibt ja noch so viel mehr zu lernen. Wie man Diskriminierung vermeidet, die gar nicht als solche zu erkennen ist („Oops ist keine Ausrede“), wie man Framing praktisch anwendet, das Radiofeature revolutioniert und den eigenen Tweet „trenden“ läßt oder aus Youtube ein „Spielfeld linker Politik“ macht, was um so reizvoller ist, als die Social-Media-Giganten selbst mit dem eifrigen Löschen „rechter“ Inhalte dabei tatkräftig mithelfen.

Die „Angst vor Socialbots“ kann man auch verlieren lernen; Roboterprogramme sind nämlich nur dann schlimm, wenn andere sie einsetzen. Und natürlich gibt es auch ein Format zum „Empowerment für Journalist*innen of Color“. Da haben Weiße natürlich keinen Zutritt.

Und das ist noch nicht alles. Auch die „Kunst, sich öffentlich zu streiten“ kann man einüben – natürlich nur unter seinesgleichen und nicht etwa mit Andersdenkenden oder gar bösen „Rechten“. Oder „Kommunikationsguerrilla“, „Pressearbeit für linke Aktivist*innen“ oder „Kampagnentraining“ mit einer „Klimaaktivistin“ von der Grünen Jugend, die in der Heinrich-Böll-Stiftung schon ein gesichertes steuerfinanziertes Auskommen gefunden hat. Wer mag, kann auch Emily Laquer persönlich lauschen – ja genau, der Dame von der „Interventionistischen Linken“, die die G20-Krawall-Blockaden in Hamburg mitorganisiert hat.

Ran an die Fördertöpfe

Ausgewiesene Linksextremisten mit lockerem Verhältnis zur Gewaltanwendung als Dozenten? Stört keinen in der „Linken Medienakademie“. Man tummelt sich ja in bester Gesellschaft. Die linke taz, die SED-Zeitung Neues Deutschland und die „Rosa Luxemburg“-Parteistiftung der SED-PDS-„Linke“ sponsern die Seminarwoche, Gewerkschaften, der Deutsche Journalistenverband, der aggressive Migranten-Lobbyverein „Neue Deutsche Medienmacher“ und viele der üblichen Verdächtigen mehr unterstützen den „gemeinnützigen Bildungsverein“, der dahintersteht.

Da ist auch die stetige Versorgung mit durch viele Hände weiterverteiltem öffentlichem Geld gesichert. Wie man „Fördertöpfe“ anbohrt, kann man bei der „Linken Medienakademie“ übrigens auch lernen – die Leute wissen fraglos, wovon sie reden.

Mit „unabhängigem Journalismus“, den der Verein angeblich unterstützen will, hat das alles freilich nicht mehr viel gemein, auch wenn man im rotrotgrünen Berlin für die Teilnahme an der Seminarwoche sogar noch „Bildungsurlaub“ in Anspruch nehmen kann. Tschö, Journalismus – hallo, Generation Agitprop.

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