EU-Kommissionschef Juncker: Zuviel Freiheit? Foto: picture alliance/AP Photo
Meinung

Regulier mich, Baby

Zigaretten, Glühbirnen, Topflappen, Spielkonsolen, Kleingärten, Staubsauger, Mikrowellen, Kaffeemaschinen. Es gibt kaum etwas, das von der EU nicht reguliert, kontrolliert oder überprüft wird. Doch reicht das wirklich aus? Haben wir nicht noch immer zuviel Freiheit in unserem Land?

Es wird Zeit, den EU-Bürokraten deutlich zu machen, was noch alles dringend einer Regulierung bedarf. Da wäre zum Beispiel das Schlafen. Oder das Zähneputzen. Beides findet bisher nahezu schamlos unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die Argumente liegen auf der Hand: Nur wenn Familien die Zeiten fürs Schlafen und Zähneputzen ihrer Kinder exakt dokumentieren, läßt sich verhindern, daß sich die soziale Spaltung vertieft. Klingt unlogisch, ist aber so.

Auch Bürokraten wollen beschäftigt werden

Der Alltag der Bürger bietet für überbezahlte und unterbeschäftigte EU-Bürokraten noch ein weites Feld richtiger und wichtiger Regulierungen. Der Phantasie der Brüsseler Beamten sind keine Grenzen gesetzt. Jedes Verbot, jede Einschränkung schafft zudem Arbeitsplätze für Kontrolleure, Spitzel und Prüfer. Es hätte also nur Vorteile, wenn die Bürger sich ein bißchen öfter über die Schulter schauen ließen.

Vorbildlich ist nun etwa der EU-Plan, daß Brauereien Kalorien zählen müssen. Ebenfalls in der Planung: Warnetiketten auf Bierflaschen- und Gläsern, die auf die Gefahren des Alkohols hinweisen. Wie? Alkohol im Bier? Damit konnte ja nun wirklich niemand rechnen. Und für Schwangere ist das auch ungesund? Brandheiße Neuigkeit. Fehlt nur noch ein großes Hinweisschild auf Neuwagen: „Achtung, Straßenverkehr kann zu Verkehrsaufkommen führen.“ Das wird dann penibel vom Zoll, dem BND oder einer noch zu gründenden EU-Behörde kontrolliert. Sie wollen schließlich nur unser Bestes.

Natürlich gäbe es zu dazu eine Alternative: Einfach weniger regulieren, schnüffeln kontrollieren. Aber Nein, das wäre wirklich zu einfach.

EU-Kommissionschef Juncker: Zuviel Freiheit? Foto: picture alliance/AP Photo

Unterstützung

Wenn Ihnen der Artikel gefallen hat: Unterstützen Sie die JF mit einer Spende.

Der nächste Beitrag

aktuelles