Anzeige
Anzeige

JF-Interview: Filmemacher Uwe Boll: „Die Massenmigration ist eine Lose-Lose-Situation“

JF-Interview: Filmemacher Uwe Boll: „Die Massenmigration ist eine Lose-Lose-Situation“

JF-Interview: Filmemacher Uwe Boll: „Die Massenmigration ist eine Lose-Lose-Situation“

Das Bild zeigt den Regisseur Uwe Boll und eine Szene aus einem seiner Filme.
Das Bild zeigt den Regisseur Uwe Boll und eine Szene aus einem seiner Filme.
Der Regisseur Uwe Boll und eine Szene aus „Run“: Migranten und Aufnahmegesellschaft leiden unter der Situation. Fotos: privat
JF-Interview
 

Filmemacher Uwe Boll: „Die Massenmigration ist eine Lose-Lose-Situation“

Der Regisseur Uwe Boll veröffentlicht einen Film, der sich mit der Bootsmigration aus Afrika nach Europa auseinandersetzt – und alle Betroffenen porträtiert. Warum tut man sich sowas an? Die JF hat mit ihm gesprochen.
Anzeige

Der Filmemacher Uwe Boll ist eine Koryphäe des Indie-Films. Seit mehr als 30 Jahren ist er im Geschäft – und eckt an. Manche Kritiker verspotten ihn, er hält mehrere „Goldene Himbeeren“ für vermeintlich schlechte Filme. Dennoch schafft er es immer wieder, hochkarätige Schauspieler für sich zu gewinnen und hat eine treue Zuschauerschaft.

Regelmäßig äußert sich der 60jährige, der zwei Kinder hat und in Mainz und Kanada lebt, politisch. Den Mund läßt er sich nicht verbieten. Sein aktueller Film „Run“ etwa beleuchtet die Migration nach Europa – und zwar kritisch. Die JUNGE FREIHEIT hat mit ihm gesprochen.


Guten Tag, Herr Boll. Sie haben mit „Run“ einen Film produziert, der schonungslos die Schattenseiten der illegalen Migration nach Europa zeigt – nicht gerade ein Wohlfühlthema. Warum tut man sich so etwas an?

Uwe Boll: Die kurze Antwort ist: weil es wichtig ist.  „Run“ ist kein woker ARD- oder ZDF-Film, sondern zeigt sehr ausgeglichen, aber hart und realistisch das Thema. Wir haben eine Urlaubsinsel in Italien, wo zu viele Bootsflüchtlinge schon seit Jahren ankommen. Die Reise auf dem Boot ist lebensgefährlich und bei der Ankunft werden die meisten direkt festgenommen und in ein Lager gebracht.

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Der Tourismus und die örtlichen Geschäfte sind leer, weil dort niemand mehr Urlaub machen will, die Polizei ist korrupt und hat alle Illusionen verloren. Es wird klar gezeigt, daß die meisten Menschen, die kommen, ein besseres Leben wollen, aber das eben auch ein paar Kriminelle immer dabei sind. Im Film, der an nur einem Tag spielt, eskaliert die ganze Situation und endet in Gewalt.

Wenn es eine zentrale Botschaft gibt, die der Zuschauer aus „Run“ mitnehmen soll, welche wäre das?

Boll: Das die Massenmigration aus Afrika mittlerweile eine Lose-Lose-Situation ist – und zwar für die Bevölkerung und die Migranten. Wir bekommen eben keine Fachkräfte, sondern Einwanderer in die Sozialsysteme und die Migranten merken auch, daß sie nicht mehr willkommen sind.

„Hanau ist nicht die Bronx“

Inwiefern unterschied sich die Arbeitsweise bei „Run“ von ihren anderen, eher unpolitischen, witzigen Filmen?

Boll: In meiner Karriere habe ich reine Unterhaltungsfilme gedreht wie „Schwerter des Königs“ mit Jason Statham oder „House oft he dead“, aber eben auch von Anfang an politische Filme wie „Barschel-Mord in Genf“, „Hanau“, „Assault on Wallstreet“ oder „Darfur“.

Bei den politischen Filmen lasse ich den Darstellern sehr viel Freiraum und erarbeite mit Ihnen die Charaktere. Finanziell sind die Unterhaltungsfilme aber deutlich erfolgreicher.

Apropos „Hanau“. Die Angehörigen der Opfer waren ausdrücklich gegen dieses Filmprojekt, dennoch haben Sie ihn gedreht. Wie macht man das als Regisseur mit sich aus? Haben Sie manchmal Zweifel an Ihrer Arbeit?

Boll: Bevor ich „Hanau“ drehte, hatte ich Kontakt zu der „Bildungsinitiative Ferhat Unvar“, um wie bei meinem „Auschwitz“-Film auch einen Dokumentarfilm mit Interviews gleichzeitig zu drehen.  Bei „Auschwitz“ habe ich Schüler zu dem KZ befragt und gleichzeitig das Töten im Vernichtungslager in den Mittelpunkt gestellt.

Mir wurde mitgeteilt, daß die Initiative des Hanau-Gedenkens und auch die Angehörigen keine Lust auf Interviews hatten. Mir wurde aber nicht gesagt, daß ich den Film nicht drehen soll. Erst als die Bild-Zeitung darüber berichtete, meldeten sich die Angehörigen und auch die Stadt und wollten, daß ich den Film as acta legen sollte.

Nur hatte ich den Film da schon abgedreht und es kam natürlich nicht in Frage, daß ich den Film dann quasi nicht fertigstelle und im Keller verschimmeln lasse. Mein Film schildert neutral die Nacht des Amoklaufs und zeigt, wie es abgelaufen ist.  Daraus geht hervor, daß die Polizei eben keine Chance hatte, in dieser Nacht das Massaker zu verhindern, denn an jedem Tatort war der Täter nur 2 Minuten. So schnell konnte die Polizei nicht eingreifen.

Hanau ist nicht die Bronx und die Polizei dort war noch nie in so einer Situation. Was aber Behördenversagen war, ist, daß Tobias Rathjen seit Jahren verhaltensauffällig war und den Behörden das bekannt war. Das Ordnungsamt hätte ihm die Waffen abnehmen müssen, dann wäre er kaum Amok gelaufen. Es sei denn, er hätte Schußwaffen auf dem Schwarzmarkt erstanden.

Von der Drehbuchidee bis zum letzten Schnitt, wie viel kostet der durchschnittliche Uwe-Boll-Film? Und was hat „Run“ gekostet?

Boll: Ich habe Filme gedreht von 50.000 D-Mark für „German Fried Movie“ bis zu 60 Millionen US-Dollar für „Schwerter des Königs“. Ein Film wie „Run“ kostet 2,5 Millionen US-Dollar.

Das ist viel Geld. Wie finanzieren Sie ihre Filme?

Boll: Meine Filme, im Gegensatz zu 99,9 Prozent der deutschen Filme, laufen weltweit und von daher habe ich auch aufgrund der Einnahmen meiner alten Filme konstante Erlöse, die ich reinvestieren kann.

Dadurch, daß ich auf englisch drehe und dies mit bekannten Hollywoodschauspielern, ist das Interesse weltweit für meine Filme deutlich höher, als das von Fatih Akin oder Tom Tykwer. In „Run“ spielen Amanda Plummer, bekannt aus „Pulp Fiction“, James Russo, bekannt aus „Es war einmal in Amerika“ und „Tulsa King“ mit. Auch Barkhad Abdi ist dabei, der für seine Rolle in „Captain Philips“ für einen Oscar nominiert wurde, sowie Ulrich Thomsen, der für seine Rolle in „Das Fest“ eine goldene Palme vom Filmfestival in Cannes bekommen hat.

Die Nazi-Keule zieht im Ausland nicht

Solche Summen selbst in die Hand zu nehmen, klingt sehr riskant. Versuchen Sie es nicht über die staatliche Filmförderung?

Boll: Ich habe in den letzten zehn Jahren ein paar Mal versucht, ohne Erfolg. Die Förderung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk haben es geschafft, eine vom Markt abgetrennte Parallelwelt zu erschaffen.

Das Bild zeigt Uwe Boll.
Uwe Boll: Schere zwischen arm und reich ist ein Herzensthema. Foto: privat

Wie meinen Sie das?

Boll: Von über 100 deutschen Filmen im Jahr machen 90 Prozent keinerlei Verkaufsumsätze und das ist den Filmemachern egal, denn sie ziehen ihr Gehalt aus dem Filmbudget, das wir – also die Steuerzahler – komplett bezahlen.

Wie wurde „Run“ aufgenommen? Sowohl vom Publikum, als auch von Kritikern?

Boll: Die Resonanz ist sehr gut. Der Film wurde gerade auch an paramount+ in den USA verkauft. Bisher ist er bei den Streamingdeansten von apple, amazon und googleplay zu sehen.

Sie haben bereits mit namhaften Schauspielern zusammengearbeitet. Trotzdem ist ein kritischer Spielfilm über die europäische Migrationspolitik ein heikles Thema. Wie haben Sie die Schauspieler bekommen? Gab es für einige von ihnen negative Konsequenzen für ihr Engagement?

Boll: Die amerikanischen und auch europäischen Schauspieler waren vom Drehbuch begeistert und haben direkt zugesagt. Im Ausland herrscht eine realistischere Sicht auf das Thema. In Deutschland wird man gerne als Nazi bezeichnet, wenn man es wagt, die Massenmigration zu kritisieren.

„Trump hat diesmal einen Plan“

Sie haben mehrmals bekannt, Bernie Sanders zu unterstützen. Gleichzeitig haben Sie früh die Aufnahme syrischer Migranten in Deutschland kritisiert. Wie paßt das zusammen?

Boll: Vor zehn Jahren fand ich Bernie Sanders noch ganz gut, weil er die Schere zwischen Arm und Reich kritisierte und ich bin auch dagegen, daß die größten Firmen der Welt aus dem Silicon Valley kaum Steuern zahlen und die wirklich Reichen immer reicher werden. Ich weiß noch, als Bill Gates mit zwölf Milliarden US-Dollar der reichste Mensch der Welt war. Nun haben Leute wie er hunderte Milliarden.

Ich war aber schon immer gegen die Migration aus islamistischen Ländern, weil diese unsere Bevölkerungsstruktur verändert und wir – genauso wie Frankreich und Großbritannien – irgendwann mehrheitlich muslimisch werden. Das ist für mich inakzeptabel und muß verhindert werden.

Unsere Demokratie, die Rechtsordnung und unsere Kultur werden durch den Islam bedroht und gefährdet. Ich bin nicht gegen Muslime und akzeptiere Religionsfreiheit, auch wenn ich Atheist bin, aber wer bei uns lebt, muß sich an unsere Regeln halten.

Sie haben 2016 gesagt, daß Trump ein wünschenswerter US-Präsident wäre. Er würde das Land so stark ruinieren, daß danach der Weg frei wäre für jemanden wie Bernie Sanders. Sehen Sie das immer noch so? Oder hat sich Ihre Meinung zu Trump in den vergangenen Jahren geändert?

Boll: 2016 war Trump ein Immobilienhai und Showmaster, der es geschafft hat, die Nominierung der Republikaner zu gewinnen. Sein Busineß lief zumeist schlecht. Siehe Trump Casino, Trump Steaks, und viele weitere. Es gab keinen Grund anzunehmen, daß er ein guter Präsident wird. Seine ersten vier Jahre waren ja auch nicht wirklich weltbewegend. Dann kam Biden und es wurde klar, daß die Demokraten, so wie unsere Ampel und auch unsere jetzige Regierung, alles verkehrt machen. Die Grenzen auf und unendliche viele Schulden waren Bidens Rezept – wie bei uns.

Trump ist jetzt seit einem Jahr wieder Präsident und diesmal hatte er einen Plan. Die Bilanz fällt gemischt aus. Er hat die Grenzen geschlossen und zig Migranten rausgeschmissen, auch die, die schon zig Jahre da sind und Jobs haben, Steuern zahlen und alles! Ich war letztens in Los Angeles und viele Restaurants, Gärtnereien, Autowäschen und andere Geschäfte machen zu, weil sie keine Mitarbeiter mehr haben. Die Mexikaner sind das Rückgrat der USA, denn sie machen die harten Jobs, die keiner machen will.

Trump macht, was er versprochen hat, das ist der Unterschied zu Merz, der das Gegenteil von seinen Versprechen macht, aber Trump ist eben auch korrupt, bereichert sich und seine Familie mit Hilfe seines Amtes, aber wenigstens versucht er als Einziger den Ukraine Krieg zu beenden.

Und Bernie Sanders?

Boll: Der ist zu alt. Aber jetzt gibt es ja den neuen New Yorker Bürgermeister, der Sozialist und Moslem ist und genau wie hier die Linkspartei alle, die ein Haus und ein paar Hunderttausend Dollar besitzen, enteignen will. Er kommt selbst aus reichem Haus. Ich nehme also an, er wird sich verschonen.  Ich war nie Sanders-Fan, aber er hat immer wieder auf Korruption und Ungerechtigkeiten hingewiesen, daher war und ist er mir sympathisch.

Sie sind nicht nur Filmemacher, sondern auch Amateurboxer. Sie haben bereits mehrere Kritiker zu Kämpfen herausgefordert – und gewonnen. Gibt es einen prominenten Deutschen, mit dem Sie gerne mal in den Ring steigen würden?

Boll: In der folgenden Reihenfolge und gerne an einem Tag hintereinander: Merz, Wadephul, Klingbeil, Hofreiter, Söder, Habeck, Kiesewetter und dann Böhmermann.

Vielen Dank für das Gespräch.


Uwe Boll, Jahrgang 1965 ist ein deutscher Filmemacher. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Mainz und Vancouver.

Der Regisseur Uwe Boll und eine Szene aus „Run“: Migranten und Aufnahmegesellschaft leiden unter der Situation. Fotos: privat
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles