Rheinspiele

Man muß kein besonderer Kenner bundesrepublikanischer Polit spiele sein, um den wahren Hintergrund des künstlichen Koalitionskrachs in Düsseldorf zu erkennen. Die SPD in NRW liegt erstmals seit Jahrzehnten strukturell in der Wählergunst hinten, so bestätigen alle Prognosen seit Monaten. Die kommenden Kommunalwahlen und baldigen Landtagswahlen lassen für das sozialdemokratische Stammland eine historische Zäsur erahnen. Nach Jahrzehnten der SPD-Vorherrschaft könnte es selbst ein farbloser Jürgen Rüttgers schaffen, die CDU in die Regierungsverantwortung zu bringen. Da schrillen die Alarmglocken, zumal bei Peer Steinbrück. Der Nachfolger von Wolfgang Clement ist weitestgehend unbekannt im Land, und wenn etwas von ihm bekannt ist, dann die spröde Waterkant-Mentalität des Hamburgers – nicht gerade die beste Empfehlung zwischen Rheinland und Westfalen. Wie also kommt man in die Nachrichten? Mit einem saftigen Koalitionsstreit. Eher dürftig sind dabei die wirklichen Streitpunkte zwischen Rot-Grün: Metrorapid, Energiepolitik, Autobahnbau. Die Grünen werden sich wie gewohnt bis zur Ökograsnarbe zu bücken wissen, denn in NRW steht die FDP Gewehr bei Fuß für einen Koalitionswechsel. Doch auch der eigenen NRW-SPD mutet Steinbrück einige Erklärungsnöte zu. Selbst die Partei weiß wohl nicht genau, wie weit es Steinbrück mit seinen Rheinspielen noch treibt. Wächst mit den drohenden Wahlschlappen die Panik vor dem Jobverlust, könnte selbst ein Koalitionswechsel möglich sein.

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