Anzeige
Anzeige

„Wirft ein unschönes Licht auf die Gewerkschaft“: Nach Foltervorwürfen: AfD fordert Konsequenzen für GdP-Vize Hüber

„Wirft ein unschönes Licht auf die Gewerkschaft“: Nach Foltervorwürfen: AfD fordert Konsequenzen für GdP-Vize Hüber

„Wirft ein unschönes Licht auf die Gewerkschaft“: Nach Foltervorwürfen: AfD fordert Konsequenzen für GdP-Vize Hüber

Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber, trägt eine Uniform und schaut grimmig in die Ferne
Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber, trägt eine Uniform und schaut grimmig in die Ferne
Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber, wird für seine DDR-Vergangenheit kritisiert. Foto: IMAGO / Metodi Popow
„Wirft ein unschönes Licht auf die Gewerkschaft“
 

Nach Foltervorwürfen: AfD fordert Konsequenzen für GdP-Vize Hüber

Die Vergangenheit holt Sven Hüber ein: Nach neuen brisanten Vorwürfen gegen den Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei fordern AfD-Politiker seinen Rücktritt – bis hin zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis.
Anzeige

BERLIN. Die AfD hat den Rücktritt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber, gefordert, nachdem Vorwürfe bekannt worden waren, laut denen Hüber während seiner Zeit als DDR-Grenzoffizier einen Mauerflüchtling misshandelt haben soll (JF berichtete).

Der stellvertretende AfD-Bundesvorsitzende Stefan Möller sagt, es könne innerhalb der Polizei „gründlich reflektiert“ werden, ob „Sven Hüber angesichts der Vorwürfe noch als geeigneter Repräsentant einer der wichtigsten Sicherheitsbehörden der Bundesrepublik und lupenreiner Demokratielehrmeister durchgeht“. Unabhängig davon stelle sich jedoch die Frage, wie Hüber „als Politoffizier der Grenztruppen in einer bundesdeutschen Behörde Karriere machen“ konnte, wenn „bei AfD-Mitgliedern schon die Parteimitgliedschaft ausreicht, um eine Übernahme in den Dienst zu verweigern“.

Auch der innenpolitische Sprecher der AfD-Hauptstadtfraktion, Thorsten Weiß, kommentierte die Enthüllung mit scharfen Worten: „Sven Hüber hätte angesichts seiner Vorgeschichte niemals in den gesamtdeutschen Polizeidienst aufgenommen werden dürfen, und dass er es in der GdP zum stellvertretenden Vorsitzenden bringen konnte, wirft ein unschönes Licht auf die Gewerkschaft.“ Im Hinblick auf die neuen Vorwürfe seien sowohl die Führung der Bundespolizei als auch die Gewerkschaft der Polizei in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen. „Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, muss er aus dem Beamtenverhältnis entfernt werden.“

Hüber deutete Verhaftung von AfD-Politikern an

Zuvor hatte ein ehemaliger Grenzsoldat der DDR gegenüber „Apollo News“ schwere Vorwürfe gegen Hüber erhoben. Der frühere Politoffizier soll während seiner Zeit als Grenzoffizier einem Mauerflüchtling eine Pistole in den Mund gesteckt und ihm, während dieser auf dem Boden lag, mehrfach ins Gesicht getreten haben. Zudem soll er seine Untergebenen auf die „Vernichtung“ von Flüchtlingen eingeschworen haben – selbst nachdem eine entsprechende Formulierung durch die DDR-Führung geändert worden war, wie „Apollo News“ berichtete.

Anfang August hatte Hüber für Aufsehen gesorgt, nachdem er dazu aufgerufen hatte, AfD-Sympathisanten aus der Gewerkschaft auszuschließen. Zudem solle die Polizei nach einem möglichen Wahlsieg der AfD eine „Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung“ anstreben – und gegebenenfalls auch AfD-Politiker verhaften (JF berichtete). Mehrere GdP-Landesverbände distanzierten sich daraufhin von Teilen seiner Ausführungen.

Sein Regiment war für den letzten Mauertoten verantwortlich

Während seiner Zeit als DDR-Grenzschützer war Hüber für die Indoktrination von Grenzsoldaten verantwortlich gewesen. Das Grenzregiment 33, in dem er als Politoffizier und stellvertretender Kompaniechef diente, war später für das letzte Todesopfer durch Schusswaffengebrauch an der Berliner Mauer verantwortlich.

In der Vergangenheit hatte Hüber mehrfach versucht, Presseberichte über seine Vergangenheit juristisch zu unterbinden. Das Kammergericht Berlin und der Bundesgerichtshof hoben die Verbreitungsverbote der Informationen durch das Landgericht Berlin jedoch mit der Begründung auf, dass die Berichterstattung im öffentlichen Interesse liege und die Pressefreiheit Vorrang habe. Dabei soll die Gewerkschaft der Polizei Hübers private Klagen finanziell unterstützt haben. (lb)

Der Vize-Chef der Gewerkschaft der Polizei, Sven Hüber, wird für seine DDR-Vergangenheit kritisiert. Foto: IMAGO / Metodi Popow
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles