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Sachsen-Anhalt: Die CDU setzt nach der Wahl auf Überläufer von der AfD

Sachsen-Anhalt: Die CDU setzt nach der Wahl auf Überläufer von der AfD

Sachsen-Anhalt: Die CDU setzt nach der Wahl auf Überläufer von der AfD

Vergifteter Handschlag? Ministerpräsident Sven Schulze (CDU, links) mit Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD).
Vergifteter Handschlag? Ministerpräsident Sven Schulze (CDU, links) mit Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD).
Vergifteter Handschlag? Ministerpräsident Sven Schulze (CDU, links) mit Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD). Foto: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
Sachsen-Anhalt
 

Die CDU setzt nach der Wahl auf Überläufer von der AfD

Sollte die AfD die absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt holen, könnte diese nach der Wahl im Landtag wieder verloren gehen. Die CDU hält es für „gut möglich, Leute aus der AfD herauslösen“. Der Wählerwille wäre dann konterkariert.
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MAGDEBURG. Wechseln nach einer möglichen absoluten Mehrheit AfD-Abgeordnete zur CDU-Fraktion, um Ministerpräsident Sven Schulze im Amt zu halten? Über solche Szenarien hinter den Kulissen berichtet jetzt der MDR. Fünf bis zehn mögliche Überläufer könnten dem Bericht zufolge das Wahlergebnis im Landtag konterkarieren.

Für eine absolute Mehrheit sind mindestens 42 Abgeordnete nötig. Laut dem Wahltrend von „Dawum“, der die jüngsten drei Umfragen zusammenfasst und daraus eine Projektion für die Sitzverteilung erstellt, steht die AfD aktuell bei 41 Mandaten. Es fehlt also nur einziger. Auf der anderen Seite kommt die CDU auf 22 Mandate, die Linke auf 13 und die SPD auf sieben. Zusammen sind das genau die nötigen 42.

Seit der Wahl 2021 besteht die AfD-Fraktion noch aus 23 Abgeordneten. Rund 20 Neue könnten hinzukommen. Wie zuverlässig diese sind, darüber hat man laut MDR selbst in der Partei von Spitzenkandidat Ulrich Siegmund seine Zweifel. Ein angeblich „bekannter AfD-Kandidat“, den der Sender nicht namentlich zitiert, zeigte sich „überzeugt“, dass die CDU wechselwilligen AfD-Abgeordneten nach der Wahl interessante Angebote machen könnte.

Hat der Verfassungsschutz seine Finger im Spiel?

Und ein ebenfalls anonym bleibender CDU-Stratege hält es grundsätzlich für „gut möglich, dass die Union Leute aus der AfD herauslösen“ könne. Dabei gehe es dem Christdemokraten zufolge um solche, die „nicht als besonders radikal aufgefallen“ seien.

Hinzu kommt: Der Verfassungsschutz bearbeitet die AfD Sachsen-Anhalt seit Jahren mit geheimdienstlichen Maßnahmen. 2021 stufte er sie als „rechtsextremer Verdachtsfall“ ein, seit 2023 dann als „gesichert rechtsextrem“ – der höchsten möglichen Beobachtungsstufe. Die Behörde untersteht CDU-Innenministerin Tamara Zieschang. Ob der Geheimdienst Vertrauensleute bei der Kandidatenaufstellung der AfD eingeschleust hat, ist aber unklar.

Zum Leidwesen der CDU: AfD-Politiker Ulrich Siegmund erinnert an Jörg Haider.

In der AfD ist die Sorge vor Überläufern zur CDU dennoch präsent, berichtet der MDR. Es würde allerdings ein Bruch im politischen Leben der Betroffenen bedeuten: „Mit einem solchen Verrat würde man sich den Zorn des Wahlvolkes und der Partei zuziehen“, sagte ein Mitglied dem Sender.

Nach diesen Kriterien geht die CDU vor

Ins Visier der CDU seien demnach AfD-Kandidaten geraten, die mehrere Kriterien erfüllen: Ältere, die absehbar zum letzten Mal kandidieren und weniger zu verlieren hätte. Politiker, die bereits in Konflikt mit der Landes- oder der Fraktionsspitze geraten sind. Und solche, die bei der Verteilung von Posten und Ämtern leer ausgegangen und deshalb verärgert sind.

CDU-Generalsekretär Mario Karschunke, der sonst die Brandmauer zur AfD aufrechterhält, antwortete dem MDR nicht ablehnend auf die Frage, ob seine Partei die Überläufer aufnehmen würde: Das müsse die neue CDU-Fraktion nach der Wahl entscheiden.

Der CDU-Parteistratege bestätigte, dass die Union zwar im Moment noch nicht gezielt den Kontakt zu möglichen Überläufern aus der AfD gesucht habe. Es sei aber gleichzeitig gut vorstellbar, dass man genau solche Gespräche nach der Wahl führen werde.


In Brandenburg ist ein solches Szenario kürzlich erst eingetreten. Dort hat die SPD im Frühjahr mehrere BSW-Abgeordnete abgeworben. Danach warf sie das BSW aus der Regierung und koaliert seitdem mit der CDU. Dieses neue schwarz-rote Bündnis hatte nach der Wahl vor zwei Jahren keine parlamentarische Mehrheit erhalten. (fh)

Vergifteter Handschlag? Ministerpräsident Sven Schulze (CDU, links) mit Herausforderer Ulrich Siegmund (AfD). Foto: picture alliance/dpa | Klaus-Dietmar Gabbert
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