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Neue Ärzteblatt-Studie: Messerattacken treiben Zahl Schwerverletzter in deutschen Kliniken hoch

Neue Ärzteblatt-Studie: Messerattacken treiben Zahl Schwerverletzter in deutschen Kliniken hoch

Neue Ärzteblatt-Studie: Messerattacken treiben Zahl Schwerverletzter in deutschen Kliniken hoch

Bluttropfen auf einem Messer (Symbolbild): Während die Zahl der Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten im Norden und Osten konstant blieben, steigt sie im Westen und Süden. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Bluttropfen auf einem Messer (Symbolbild): Während die Zahl der Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten im Norden und Osten konstant blieben, steigt sie im Westen und Süden. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Bluttropfen auf einem Messer (Symbolbild): Während die Zahl der Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten im Norden und Osten konstant blieben, steigt sie im Westen und Süden. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
Neue Ärzteblatt-Studie
 

Messerattacken treiben Zahl Schwerverletzter in deutschen Kliniken hoch

Messerverletzungen durch Gewalttaten nehmen in deutschen Kliniken spürbar zu. Vor allem dichtbesiedelte Städte sind betroffen. Ärzte warnen deswegen vor einer besonderen Herausforderung.
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BERLIN. Ärzte müssen immer häufiger schwerverletzte Opfer behandeln, die eine Stichverletzung im Zusammenhang mit Gewaltdelikten erlitten haben. Die absolute Anzahl Schwerverletzter in deutschen Traumazentren mit Stichverletzungen und Verdacht auf damit verbundene Gewaltdelikte ist mit 212 im Jahr 2013 bis 382 im Jahr 2023 „zwar insgesamt relativ gering, sie stieg aber über die Jahre an, ebenso der Anteil an allen Schwerverletzten“, schrieb das Deutsche Ärzteblatt, das für die Studie Daten aus dem Trauma-Register der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie nutzte.

Zwischen Januar 2013 und Dezember 2024 wurden 291.752 Schwerverletzte dokumentiert. „Davon fielen 3.664 (1,28 Prozent) in die Kategorie Stichverletzung und Verdacht auf Gewalttat.“ Der Anteil stieg von 0,95 Prozent auf 1,47 Prozent. Der Höchststand lag im Jahr 2023 bei 1,62 Prozent. In 72 Prozent der Fälle musste ein Notfalleingriff durchgeführt werden. Nicht erfasst wurden Personen, die vor Einlieferung in ein Krankenhaus starben. In Berlin wurden beispielsweise „2021 insgesamt 55 Stichverletzungen behandelt, 2024 waren es bereits 74“.

„Nach wie vor stellt die Behandlung dieser speziellen Verletzungen durch die seltene Exposition der Traumateams gegenüber penetrierenden Verletzungen eine besondere Herausforderung dar“, betonte das Deutsche Ärzteblatt. Dabei liefert die Studie nicht einmal „Zahlen zu Geschädigten mit leichten bis mittelschweren Verletzungen“.

Besonders häufig Messerangriffe in dichtbesiedelten Gebieten

Durchschnittlich gab es deutschlandweit zwischen 2019 und 2023 rund 1,87 Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten pro hunderttausend Einwohner. Verhältnismäßig traten diese Fälle in Orten mit einer höheren Einwohnerdichte auf. Bei Städten mit 2.500 Einwohnern pro Quadratkilometer war die Anzahl 2,18mal höher als der Bundesdurchschnitt, bei Orten mit zwischen 1.500 und 2.500 Einwohnern pro Quadratkilometer 2,19mal. Hingegen lag das Verhältnis bei einer Dichte von unter 1.500 Einwohnern 0,56mal unter dem Schnitt.

„In der näheren Analyse der Städte, Dörfer und Gemeinden zeigte sich, dass Städte wie München, Berlin, Köln und Frankfurt der am dichtesten besiedelten Kategorie zugezählt wurden, aber auch in der mittleren Kategorie mit Dortmund, Leipzig und Dresden noch bevölkerungsreiche Großstädte gelistet waren“, merkte das Deutsche Ärzteblatt an.

Immer mehr Fälle im Westen und Süden Deutschlands

„Bei der Aufteilung der Stichverletzungen nach den Regionen Nord, Ost, Süd und West für die Jahre 2019 bis 2023 ergab sich, dass insgesamt 37 Prozent in der Region West, 27 Prozent in der Region Süd, 20 Prozent in der Region Ost und 15,9 Prozent in der Region Nord behandelt wurden.“ Während die Fallzahlen im Norden und Osten konstant blieben, stiegen sie im Westen und Süden.

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Das mittlere Alter der Patienten lag bei 34,2 Jahren. „85,6 Prozent in der analysierten Kohorte waren männlich. Bei 73,3 Prozent der Patientinnen und Patienten musste ein operativer Eingriff durchgeführt werden.“ Während ihres stationären Aufenthalts starben mit 8,2 Prozent insgesamt 299 Schwerverletzte. „Mit 61,5 Prozent beziehungsweise 39,8 Prozent waren Thorax und Abdomen die am häufigsten verletzten Körperregionen.“ Also der Brust- und Bauchbereich. (mas)

Bluttropfen auf einem Messer (Symbolbild): Während die Zahl der Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewaltdelikten im Norden und Osten konstant blieben, steigt sie im Westen und Süden. Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Michael Bihlmayer
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