SCHWERIN. Der AfD-Ministerpräsidentenkandidat für die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern, Leif-Erik Holm, hat den Vorschlag des BSW, einen parteiunabhängigen Ministerpräsidentenkandidaten aufzustellen, abgelehnt. Mecklenburg-Vorpommerns BSW-Chef Peter Schabbel und sein sachsen-anhaltischer Amtskollege Thomas Schulze hatten das zuvor in einer gemeinsamen Erklärung vorgeschlagen. Es handele sich dabei um eine „überzeugende Perspektive“ und würde zum „Ende der Brandmauer, offenen Gesprächen und der Einbeziehung aller demokratischen Kräfte führen“, schrieben die beiden BSW-Politiker.
Holm sagte der JUNGEN FREIHEIT mit Blick auf diesen Vorschlag nun, er „klingt nett, ist aber reichlich weltfremd“. Er habe kein Problem mit parteiunabhängigen Fachleuten in Regierungen, „aber die Handschrift der mit Abstand größten Partei muss schon deutlich erkennbar sein“. Es sei darüber hinaus auch nicht sicher, ob das BSW „hinterher wie in Thüringen doch ganz schnell unter die Fittiche der Altparteien kriecht“. Für Holm ist klar: „Wer Veränderungen will, muss die AfD starkmachen.“
BSW-Gründerin an eigenem Landesverband gescheitert
Auch die BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht hatte unlängst gefordert, ihre Partei sollte in Thüringen die Regierungskoalition um Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verlassen, jedoch folgte der Landesverband ihrer Forderung nicht (JF berichtete).
Unterdessen rief der Direktkandidat der Linkspartei für den Schweriner Wahlkreis – in dem auch die amtierenden Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Politiker Holm antreten –, Daniel Trepsdorf, dazu auf, lieber Schwesig zu wählen. Er mache das, um eine mögliche Regierungsübernahme durch die AfD zu verhindern, sagte er am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Für Trepsdorf ist klar, dass alle sogenannten demokratischen Kräfte sich sammeln und „und eine Wahlempfehlung für die versierteste und aussichtsreichste Kandidatin aussprechen“ müssen. „Genauso deutlich sage ich: Zweitstimme Die Linke. Damit das Land die Politik der MV-Koalition fortführen kann.“
Holm reagiert spöttisch auf Linkspartei-Aufruf
Holm, der nicht auf einem Listenplatz kandidiert, reagierte gegenüber der JUNGEN FREIHEIT spöttisch auf den Aufruf des Linkspartei-Kandidaten. „Da hat wohl jemand Manschetten, weil das Rennen um die Landeshauptstadt ein bisschen knapp geworden ist. Es spricht für die Stärke der AfD, dass die Linke jetzt für Schwesig die Notbremse ziehen musste.“
Für Holm „stellt sich die Frage, ob die Linke sich nur noch als Handlanger der SPD versteht“. Er nehme „diese Zusatzherausforderung“ gerne an, betonte der AfD-Politiker.

In Mecklenburg-Vorpommern wird am 20. September ein neuer Landtag gewählt. Eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa im Auftrag des Nordkuriers sieht die AfD mit 36 Prozent als deutlich stärkste Kraft – gefolgt von der SPD, die auf 29 Prozent kommt. Die Linkspartei steht mit elf Prozent knapp vor der CDU (zehn Prozent), die Grünen müssen um den Wiedereinzug in den Landtag bangen (fünf Prozent). Die FDP (drei Prozent) und das BSW (vier Prozent) würden beide an der Fünfprozent-Hürde scheitern. (st)






