„Deutschland zerfällt still und leise“, titelte kürzlich der britische Spectator. Nein, das ist keine Häme des perfiden Albion, sondern die sachliche Zusammenfassung deutscher Zustände. Die Infrastruktur ist marode, die Industrie wird abgewrackt, öffentliche Räume sind zu Risikozonen geworden. Den etablierten Parteien traut niemand mehr etwas zu. Junge Leute, die über Wissen und Können verfügen, denken an Auswanderung. Depression und Fatalismus haben sich über das Land gelegt.
Für den nächsten Bundespräsidenten täte sich ein weites Betätigungsfeld auf. Er müßte die Zustände schonungslos benennen, die unterirdische Qualität des Politikbetriebs anprangern, dem irrlichternden Kanzler diskret die Richtung weisen. Er müsste die Sehnsucht vieler Wähler nach einer parteipolitischen Alternative in den allgemeinen Diskurs integrieren und die Risiken des Islamismus und der Massenmigration herausstellen.
Der Bundespräsident muss souverän sein
Er müsste die geopolitischen Verschiebungen im Blick haben und die Peinlichkeiten ausgleichen, die unsere Provinzpolitiker im Ausland verursachen. Er müsste sich freimachen von infantilen Sprachschablonen. Das würde geistiges Format, rhetorische Fähigkeiten, innere Unabhängigkeit und Souveränität voraussetzen. Die aktuellen Personalvorschläge aber lauten: Ilse Aigner (CSU), Julia Klöckner und Boris Rhein (CDU).
Es ist nur noch gruselig. Wie gesagt: Deutschland zerfällt still und leise.






