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Mops-Gemälde und Interview: Warum die Festschrift für Preußenforscher Kroll außergewöhnlich ist

Mops-Gemälde und Interview: Warum die Festschrift für Preußenforscher Kroll außergewöhnlich ist

Mops-Gemälde und Interview: Warum die Festschrift für Preußenforscher Kroll außergewöhnlich ist

, Deutschland, Berlin, Bundespressekonferenz, Thema: Pressekonferenz: Verlag Duncker & Humblot / Neuerscheinung Die Hohenzollerndebatte *** Prof Dr Frank Lothar Kroll, Germany, Berlin, Federal Press Conference, Topic Press Conference Publishing House Duncker Humblot New Publication The Hohenzollern Debate. Frank-Lothar Kroll: Fünfzig Aufsätze und Miszellen werden von den Herausgebern der Festschrift sieben Forschungsschwerpunkten Krolls zugeordnet. Foto: IMAGO / Metodi Popow
, Deutschland, Berlin, Bundespressekonferenz, Thema: Pressekonferenz: Verlag Duncker & Humblot / Neuerscheinung Die Hohenzollerndebatte *** Prof Dr Frank Lothar Kroll, Germany, Berlin, Federal Press Conference, Topic Press Conference Publishing House Duncker Humblot New Publication The Hohenzollern Debate. Frank-Lothar Kroll: Fünfzig Aufsätze und Miszellen werden von den Herausgebern der Festschrift sieben Forschungsschwerpunkten Krolls zugeordnet. Foto: IMAGO / Metodi Popow
Frank-Lothar Kroll: Fünfzig Aufsätze und Miszellen werden von den Herausgebern der Festschrift sieben Forschungsschwerpunkten Krolls zugeordnet. Foto: IMAGO / Metodi Popow
Mops-Gemälde und Interview
 

Warum die Festschrift für Preußenforscher Kroll außergewöhnlich ist

Zum 65. Geburtstag des Preußenforschers Kroll erscheint eine ungewöhnliche aber dennoch gelungene Festschrift – mit Interview, Mops-Foto und überraschend freimütigen Bekenntnissen zu Liebe, Hass und radikalem Umdenken.
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Verdiente Wissenschaftler anlässlich runder Geburtstage oder des Eintritts in den Ruhestand durch „Festschriften“ zu ehren, gehört seit wilhelminischen Zeiten zum hingebungsvoll gepflegten akademischen Brauchtum. Sie rezensieren zu müssen, ist hingegen ein hartes Brot. Denn zu heterogen sind in der Regel die Beiträge für die mitunter sogar mehrbändigen Wälzer, zu spezialistisch, als dass sie außerhalb des Fachgebietes des Jubilars einem breiteren Publikum anhand eines „roten Fadens“ oder einer eingängigen Formel leicht zu vermitteln wären. Ausnahmen, wie die legendäre „Epirrhosis“-Festgabe zum 80. Geburtstag von Carl Schmitt (1968), bestätigen die Regel.

Entsprechend verhält es sich mit der opulenten, von Georg Friedrich Prinz von Preußen mit einem Grußwort eröffneten Festschrift, die ein Kollege und ein Schüler dem Historiker Frank-Lothar Kroll zum 65. Geburtstag und zur Emeritierung auf den Gabentisch gelegt haben.

Zwar unübliche, aber trotzdem gelungene Festschrift

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Fünfzig Aufsätze und Miszellen werden von den beiden Herausgebern sieben Forschungsschwerpunkten Krolls zugeordnet: „Freiheit in Gebundenheit: Zur Person“ des Chemnitzer Gelehrten, ferner „Individuum und Geschichte“ (wo unter anderem Thomas Mann, Theodor W. Adorno und Ludwig Erhard die Bühne betreten), „Intellektuelle Begegnungen und Konfrontationen“ (darunter Studien über Wilhelm II. und Houston Stewart Chamberlain, Carl Schmitt und Habermas), „Moderne Adels- und Monarchiegeschichte(n)“ (wo die „Bedeutung des Sports für den deutschen und europäischen Hochadel“ beleuchtet wird), „Erinnerungskultur und Widerständigkeit“ (mit „Anmerkungen zur Preußenforschung beiderseits der Oder“ und Betrachtungen über „Motive der Frauen und Männer des 20. Juli 1944 und unsere politische Gegenwart“), „Kulturelle Raumordnungen, Sprachvergleiche und Mythenkritik“ (darunter ein Essay über den „Reiz ideologischen Denkens“) und schließlich „Russland zwischen Vergangenheit und Gegenwart“, wo sich der 2024 verstorbene Politologe Peter Nitschke zu einer vom durchweg sachlichen Duktus aller Beiträge abweichenden wüsten Polemik über die „im Kern faschistoide“ Herrschaft Wladimir Putins hinreißen lässt.

In zwei Punkten hebt sich das ins passende Preußisch-Blau gewandete Buch von konventionellen Erzeugnissen dieses Genres ab. Kein Professor ließ sich bisher wie Kroll bei solcher Gelegenheit mit seinem Hund ablichten, einem weiblichen Mops, ohne den das Leben zwar möglich, aber sinnlos sein soll (Loriot). Ebenso unüblich ist es, dem bunten Strauß der Beiträge ein ausführliches Interview zu lebensgeschichtlichen „Prägungen und Positionen“ voranzustellen, das überraschend viel über die Gefühle des „eigenwilligen“ Konservativen Kroll verrät. Hervorhebungen, die sehr zu loben sind, gliche Historiographie ohne Gefühle doch einer hohlen KI-Collage.

Krolls Faible für den Adel

Da ist von der „Liebe“ des gebürtigen Aacheners zur maasländischen Heimat die Rede, von seinem „leidenschaftlichen“ Philosemitismus, vom „Hass“ auf „gefährliche Ideologen“ aller Couleur und „totalitäre Typen“ wie Karl Marx und Friedrich Engels, vom 19. als seinem „Lieblingsjahrhundert“, vom „literarischen Geschmack“, der am Anfang seiner Forschungen über Autoren der „Inneren Emigration“ wie Werner Bergengruen stand, von „faszinierenden“ Königen wie Friedrich dem Großen und Friedrich Wilhelm IV., dem „Romantiker auf dem Thron“, die den von Hans-Joachim Schoeps und Walther Hubatsch inspirierten Ideenhistoriker in einen der führenden Preußenforscher verwandelten.

Auf starken Gefühlen beruht auch sein Faible für den Adel und das wilhelminische Deutsche Reich, den „Leuchtturm der Moderne“, das ihn nostalgisch von „unserem letzten Kaiser“ Wilhelm II. sprechen lässt. Kein Jahrgangsgenosse unter den Kollegen, geschweige denn einer unter den Junioren, dürfte sich heute so emphatisch mit dem „Wir“ der Altvorderen identifizieren wie Kroll, der damit kokettiert, „ein Mann des 19. Jahrhunderts“ zu sein.

Positives „Russlandidyll“ ist seit Februar 2022 endgültig zerfallen

Im „Herzen entschieden russophil“, durch reichlich Dostojewski-Lektüre stimuliert, ist auch das Interesse des jungen Kroll an russischer Geschichte geweckt worden. Dieses positive „Russlandidyll“ sei allerdings endgültig zerfallen nach dem 24. Februar 2022, als der „Raubkrieg des russischen Diktators“ Putin gegen die Ukraine begann, der ihn zu „sehr radikalem Umdenken in meinem Verhältnis zu Russland“ gezwungen habe. Sein Herz schlägt nun für die Ukraine, die möglichst bald in die EU aufzunehmen sei.


In jedem Gedanken stecke ein Gefühl, wusste der psychologisierende Philosoph Friedrich Nietzsche. Frank-Lothar Krolls freimütige Auskünfte über die emotionalen Wurzeln seiner Historikerexistenz sollten dazu anregen, eine Wissenschaftsgeschichte seiner Zunft einmal als Gefühlsgeschichte zu schreiben.


Frank-Lothar Kroll wurde 1959 in Aachen geboren und ist ein deutscher Neuzeithistoriker und Professor für Europäische Geschichte. Von ihm erschienen zuletzt in diesem Jahr „Das Schattenreich. Russlands langer Abschied von Europa“.
Marian Nebelin, Hendrik Thoß (Hrsg.): Freiheit in Gebundenheit. Festschrift für Frank-Lothar Kroll zum 65. Geburtstag, Verlag Duncker & Humblot, Berlin 2025, gebunden, 787 Seiten, 149,90 Euro.

Aus der JF-Ausgabe 31+32/26.

Frank-Lothar Kroll: Fünfzig Aufsätze und Miszellen werden von den Herausgebern der Festschrift sieben Forschungsschwerpunkten Krolls zugeordnet. Foto: IMAGO / Metodi Popow
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