BERLIN. Die traditionsreiche Deutsche Oper Berlin hat für den September ein „afrofuturistisches Musiketheater“ angekündigt. In „Sunville“ landen „Überlebende des Meeres, Geflüchtete, Exilierte“ auf einer Insel und errichten „aus dem Nichts“ eine „neue Gesellschaft“, wie es in der Beschreibung auf der Internetseite heißt.
Vor allem zwei Charaktere stehen dabei im Mittelpunkt: der schwarze US-amerikanische Jazzmusiker Sun Ra, „Vordenker des Afrofuturismus als Antwort auf den omnipräsenten Rassismus“, und der deutsche Avantgarde-Komponist Karlheinz Stockhausen, beide „fasziniert von interplanetarischen Vibrationen“, entwerfen gemeinsam die neue Ordnung.
Es wird afrofuturistisch
Der Afrofuturismus – eine Ästhetik, die Science-Fiction-Elemente mit traditioneller afrikanischer Kultur verbindet – befasse sich mit „Widerstand durch Imagination“, heißt es in der Beschreibung weiter. Dieser Spur werde während des Abends auf der Suche nach neuen Antworten gefolgt, etwa durch den kongolesischen Autor Fiston Mwanza Mujila, der den Zuschauer in eine „Zone, in der afrikanische Kosmologien, Black Science-Fiction und beißende Satire kollidieren“, mitnehme.
Musikalisch sollen dabei Jazz, zeitgenössische Kompositionen und „Griyo-Tradition“ vermischt werden. Griyo kann sowohl ein haitianisches Gericht bezeichnen, als auch ein Hinweis auf die westafrikanische Erzähltradition des Griot sein. (lb)






