BERLIN. Die Vorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, haben sich auf den bisherigen Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) als neuen Fraktionsvorsitzenden der Union im Bundestag geeinigt. Der 52jährige soll nach Informationen der Bild-Zeitung Jens Spahn (CDU) ablösen, der am Wochenende von seinem Amt zurückgetreten war.
Noch am Nachmittag soll die Personalie offiziell vorgestellt werden. Für 15 Uhr ist eine Sitzung des Fraktionsvorstands mit den beiden Parteivorsitzenden anberaumt. Die offizielle Wahl durch die Unionsfraktion ist für kommenden Mittwoch vorgesehen.
Bereits im Vorfeld hatte es Gespräche in den Parteigremien sowie innerhalb der Bundestagsfraktion gegeben (JF berichtete). Offiziell wird Frei sein neues Amt erst nach der Wahl in der Fraktion antreten. Bis dahin bleibt die Nachfolge im Kanzleramt noch offen. Dem Vernehmen nach soll auch die Nachbesetzung des Chefs des Bundeskanzleramts erst in der kommenden Woche bekannt gegeben werden.
Wer folgt auf Thorsten Frei im Kanzleramt?
Wie die JUNGE FREIHEIT exklusiv erfuhr, könnte es auf den Vertrauten der ehemaligen Bundeskanzlerin Angela Merkel, Hendrik Hoppenstedt (CDU), hinauslaufen. Der 54jährige diente bereits als Staatsminister im Kanzleramt unter Merz‘ Vorvorgängerin Merkel – von 2018 bis 2021. Er erfüllt damit ein wichtiges Kriterium, über das kaum ein anderer Unions-Politiker verfügt: Expertise in der Zentrale der Macht.
Unklar ist derzeit auch, ob der Kanzler weitere personelle Veränderungen in der Bundesregierung vornehmen wird. Nach dem Rücktritt von Spahn hatte Merz eine solche Möglichkeit nicht ausgeschlossen.
Spahn ist über sich selbst gestolpert
Frei hatte in der Regierungszentrale mit erheblichen Einarbeitungsschwierigkeiten zu kämpfen. So habe es zahlreiche handwerkliche Fehler und mangelnde Kommunikation mit der eigenen Fraktion gegeben, heißt es.
Die Personaländerung folgt auf den Rücktritt Spahns von seinem Amt als Fraktionschef, der durch parteiinternen Druck am vergangenen Wochenende erfolgte. Grund war die Bekanntgabe, dass er und sein Mann mit Hilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Die Leihmutterschaft ist in Deutschland strafbar. Spahn und die Union hatten sich in der Vergangenheit klar gegen eine Legalisierung positioniert. (rsz)






