PETERSBURG (FLORIDA). Der Frauentennisverband Women’s Tennis Association (WTA) hat angekündigt, Tennisspielerinnen künftig einem Gentest unterziehen zu lassen, bevor sie an Turnieren teilnehmen dürfen – um auszuschließen, dass Transfrauen gegen Frauen antreten werden, wie die dpa berichtet.
„Die WTA ist sich bewusst, dass es sich hierbei um ein sensibles und komplexes Thema handelt, und verpflichtet sich, alle Spielerinnen mit Würde zu behandeln und die Richtlinie auf respektvolle und umsichtige Weise umzusetzen“, hieß es von Seiten des Verbands. Mit den verpflichtenden Tests sollen Spielerinnen auf ein mögliches SRY-Gen untersucht werden. Dieses auf dem Y-Chromosom liegende Gen leitet beim Menschen die männliche Geschlechtsentwicklung ein. Der Test kann sowohl durch einen Wangenabstrich als auch durch eine Blut- oder Speichelprobe durchgeführt werden.
Damit soll ausgeschlossen werden, dass Transfrauen an Wettbewerben teilnehmen. Bisher durften sie gegen andere Frauen antreten, sofern sie ihr Geschlecht angegeben hatten und zuvor über einen Zeitraum von zwei Jahren einen niedrigen Testosteronspiegel vorweisen konnten.
Das Olympische Komitee legt vor
Im März hatte bereits das Internationale Olympische Komitee mitgeteilt, dass Transfrauen in Zukunft nicht mehr an Frauenwettkämpfen teilnehmen würden (JF berichtete). Das Komitee begründete die Neuregelung mit dem Schutz der Frauenkategorie. Im Februar hatte US-Präsident Donald Trump per Dekret verfügt, dass Bildungseinrichtungen in den USA Sport und Umkleiden strikt nach biologischem Geschlecht trennen müssen (die JF berichtete
Auslöser der Debatte waren mehrere Fälle gewesen, in denen Transfrauen in Frauenwettbewerben gesiegt hatten. Bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris waren etwa die biologisch männlichen Boxer Imane Khelif und Lin Yu-ting, die zuvor vom Weltverband IBA ausgeschlossen worden waren, in der Frauenkategorie angetreten (JF berichtete). (lb)





