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20. Juli: Stauffenberg-Gedenken: Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers will AfD-Kranz entfernen

20. Juli: Stauffenberg-Gedenken: Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers will AfD-Kranz entfernen

20. Juli: Stauffenberg-Gedenken: Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers will AfD-Kranz entfernen

Tobias Korenke (M), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Enkel von Rüdiger Schleicher, entfernt während einer Gedenkveranstaltung der Bundesregierung im Ehrenhof des Bendlerblocks anlässlich des Nationalen Gedenktags an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft den Kranz der AfD. Der Tag erinnert an das missglückte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944.
Tobias Korenke (M), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer und Enkel von Rüdiger Schleicher, entfernt während einer Gedenkveranstaltung der Bundesregierung im Ehrenhof des Bendlerblocks anlässlich des Nationalen Gedenktags an den Widerstand gegen die nationalsozialistische Gewaltherrschaft den Kranz der AfD. Der Tag erinnert an das missglückte Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944.
Tobias Korenke (M), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer versucht, den Gedenkkranz der AfD zu entfernen: Handgemenge folgt auf die Aktion. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
20. Juli
 

Stauffenberg-Gedenken: Weit entfernter Verwandter Bonhoeffers will AfD-Kranz entfernen

Bei der Gedenkveranstaltung für die Verschwörer des 20. Juli kommt es zum Eklat: Ein Großneffe Bonhoeffers will einen Kranz der AfD entfernen. Daraufhin kommt es zum Handgemenge. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Götz Frömming kritisiert gegenüber der JF das Verhalten des Bonhoeffer-Nachfahren scharf.
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BERLIN. Bei der zentralen Gedenkfeier zum Jahrestag des missglückten Hitler-Attentats vom 20. Juli 1944 hat der Großneffe des evangelischen Theologen und NS-Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, Tobias Korenke, versucht, einen Kranz der AfD zu entfernen. Sicherheitsmitarbeiter gingen dazwischen. Es kam zu einem Handgemenge, infolgedessen der AfD-Kranz beschädigt wurde, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur dpa den Vorfall schilderte. Korenke sagte der Nachrichtenagentur dazu: „Viele Nachkommen, und dazu gehöre auch ich, empfinden eine wirklich große Wut, wenn wir sehen, dass die AfD hier Kränze ablegt. Das werden wir hier nicht akzeptieren.“

 

Ein Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion bestätigte gegenüber der Welt, dass seine Fraktion einen Gedenkranz für die Veranstaltung bereitgestellt hatte. Ob Mitglieder seiner Fraktion vor Ort waren, könne er nicht abschließend sagen. Der Chef der internen Arbeitsgemeinschaft Geschichte der AfD-Bundestagsfraktion, Götz Frömming, betonte gegenüber der Zeitung, die Fraktion sei zu der Veranstaltung als im Bundestag vertretene Partei eingeladen worden. Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT kritisierte Frömming das Verhalten Korenkes scharf. „Meines Wissens war Herr Korenke jahrelang im Medienbereich tätig, zuletzt als Kommunikationschef der Funke-Gruppe. Er wusste also, welchen Effekt er mit dieser Aktion erzielen würde.“ Da er zudem SPD-Mitglied sei, speche einiges dafür, „dass er die Gedenkstunde vorsätzlich genutzt hat, um die AfD vor den wichtigen Wahlen im September zu diskreditieren. Mit dieser peinlichen Aktion wird er aber eher das Gegenteil erreichen. Die Symbolik des von ihm geschändeten Kranzes spricht für sich“.

Bereits im April 2025 hatte Korenke, der ein Verwandter vierten Grades Bonhoeffers ist, im Interview mit der Frankfurter Rundschau gesagt, für seinen Großonkel wäre „der Nationalismus der AfD, die radikale, unmenschliche Migrationshaltung oder die Solidarität mit einem Staatslenker, der ein anderes Land überfällt, völlig untragbar gewesen“.

Prien: „Die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute“

Die diesjährige Hauptrede hielt Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). Sie betonte, sie spreche auch als „Bürgerin und als Nachfahrin von Opfern und Überlebenden der Shoah“. Der Christdemokratin zufolge wurde ihre Urgroßmutter im Konzentrationslager Sobibor ermordet. Demokratie lebe „von einer Ethik der bürgerlichen Verantwortung – von Menschen, die bereit sind, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen, auch wenn dies unbequem ist“, führte Prien aus. „Die Freiheit von morgen entscheidet sich in unserem Handeln heute“, mahnte sie.

Am 20. Juli 1944 hatte eine Gruppe von Wehrmachtsoffizieren um Claus Schenk Graf von Stauffenberg vergeblich versucht, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten. Noch am selben Abend des gescheiterten Anschlags wurden Stauffenberg und drei Mitverschwörer im Hof des Bendlerblocks in Berlin erschossen. (st)

Tobias Korenke (M), Großneffe von Dietrich und Klaus Bonhoeffer versucht, den Gedenkkranz der AfD zu entfernen: Handgemenge folgt auf die Aktion. Foto: picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
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