DÜSSELDORF. Mehrere Studentengruppen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) haben Proteste gegen eine Vorlesung angekündigt, in der sich die Professorin Ute Johanna Bayen mit der Entwicklung von Transidentität auseinandersetzen wolle. Laut den Gruppen werde sie vortragen, dass die Trans-Ideologie nicht wissenschaftlich tragbar sei und Kinder sowie Jugendliche gefährde. Unter anderem fordern der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) und sein autonomes „Referat für trans*, inter* und nicht-binäre Studierende“ (Tinby) die „Absage der Vorlesung“ und „Konsequenzen wegen Diskriminierung“, darunter die „Verhängung eines Campusverbots“ und die „Entlassung“ der Professorin, schreibt der Vorstand des Referats sowie des Ausschusses in einer Ankündigung auf Instagram.
Weiter fordern sie eine „klare Stellungnahme des Rektorats und des Lehrpersonals“, eine „Überprüfung der wissenschaftlichen Fundiertheit aller Aussagen“ der Dozentin sowie eine „interne Antidiskriminierungsbeauftragte, die für die Bekämpfung aller Formen von Diskriminierung zuständig ist“.
Die Studenten rufen deswegen zu einer Demonstration während der Vorlesung auf. Diese soll auf dem Campus stattfinden.
Linker „Asta“ unterstellt Professorin wegen Vorlesung Menschenfeindlichkeit
Laut „Tinby“ und „Asta“ seien die Forschungen der Professorin „wissenschaftlich nicht tragbar und würden die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden“. Zudem seien sie „transphob und menschenfeindlich“, weswegen diese Vorlesung „nichts an einer Universität zu suchen“ hätte.
Mit der Vorlesung verstoße die Universität gegen ihre eigenen Werte. „Wir sind enttäuscht, dass sich die HHU einerseits mit Vielfalt und Akzeptanz rühmt, andererseits aber transphobe Veranstaltungen wie diese zulässt“, so die beiden Vorstände. Die beiden Gruppen hätten „lange dafür gekämpft“, dass eine Regenbogen-Flagge an der Universität wehe. Dass die Vorlesung stattfinde, während die Flagge noch wehe, „vermittelt den Eindruck, dass die HHU in ihrer Haltung inkonsequent ist und queere sowie trans* Studierende und Lehrende nur im Rahmen des Campus CSD akzeptiert“.
Referate ist Teil des Ausschusses für Studenten
Der „Asta“ ist eine Institution, die die Aufgabe hat, die Interessen der Studenten zu vertreten und Projekte, Veranstaltungen und Referate zu organisieren. Finanziert wird er unter anderem durch den Semesterbeitrag.
Das „Tinby“ ist ein dem „Asta“ angehöriges Referat und dient nach eigenen Angaben als Austauschplattform und soll die Interessen der queeren Studenten vertreten. Dafür setze es sich „aktiv für ihre jeweiligen Anliegen ein und trage somit bei, dass die Interessen“ gehört werden. Weiter gibt es autonome Referate für Feministen, Lesben, Schwule, Bisexuelle und Schwarze und generell Ausländer.

Doch nicht nur das „Tinby“ und der „Asta“ rufen zu einer Demonstration auf, sondern auch mehrere Universitätsfraktionen der HHU, darunter der sozialistisch-demokratische Studiverband, die Fachschaftenliste, der Ring Christlich-Demokratischer Studenten, die Juso-Hochschulgruppe und Campusgrün. Sie alle weisen zusätzlich darauf hin, dass die Vorlesung öffentlich ist und jeder daran teilnehmen darf. Man rufe dazu auf, während der Vorlesung friedlich zu sein. (mas)
Transparenzhinweis: Die Meldung wurde um die Beschreibung des Vorlesungsinhalts aus Sicht des „Asta“-Vorstandes ergänzt. Die genauen Inhalte der Vorlesung sind aufgrund des eingeschränkten Universitätsportals nicht bekannt.





