TEHERAN/WASHINGTON. US-Truppen haben in der Nacht rund 80 Angriffe auf den Iran ausgeführt. Nach eigenen Angaben auf X reagierte das zuständige US-Regionalkommando Centcom damit auf iranische Angriffe auf drei Handelsschiffe in der Straße von Hormus. Die Attacken seien inzwischen beendet.
Wörtlich hieß es: „Die Streitkräfte des US-Zentralkommandos haben eine Reihe von schweren Luftangriffen gegen den Iran gestartet, um diesem für die Angriffe auf mit unbeteiligten Zivilisten an Bord in einer internationalen Wasserstraße schwere Konsequenzen aufzuerlegen.“
Demnach habe das US-Militär Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Boote der Revolutionsgarden in oder nahe der Straße von Hormus getroffen. Damit habe man die Fähigkeit des Irans beeinträchtigt, den Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft wichtigen Meerenge anzugreifen. Auch künftig werde man den Iran zu Rechenschaft ziehen, wenn er erneut die zivile Schifffahrt angreifen werde.
USA wollten Iran „bestrafen“
In der Mitteilung von Centcom heißt es weiter: „Die Aggression des Irans war ungerechtfertigt, gefährlich und ein klarer Verstoß gegen die Waffenruhe.“ Ein US-Beamter bezeichnete die Angriffe gegenüber dem US-Sender CNN als „Bestrafung“.
Footage of the U.S. Strikes on Haghani Passenger Terminal in Bandar Abbas, Iran
IRIB is confirming new attacks on Sirik and Bandar Abbas, southern Iran.
Oil is UP 6% pic.twitter.com/vtNZFRNOka
— Ryan Rozbiani (@RyanRozbiani) July 7, 2026
US-Präsident Trump habe den Militärschlag gegen den Iran während seiner Teilnahme am Nato-Gipfel in der Türkei genehmigt, berichtete der gut vernetzte Journalist Barak Ravid auf X unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten.
Iranische Medien berichteten in der Nacht von Explosionen in der Hafenstadt Sirik an der Straße von Hormus, auf der Insel Qeschm sowie rund um die Hafenstadt Bandar Abbas, die wichtige Marine- und Schifffahrtsinfrastruktur beherbergt. Der iranische Sender Press TV meldet, dass mehrere Menschen verletzt worden seien.
Iranische Angriffe auf Bahrain und Kuwait
Die Eskalation in dem per Abkommen zumindest vorübergehend beendeten Iran-Kriegs erfolgte auch während der immer noch andauernden Trauerfeiern für Irans getötetes Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei. Heute sind Zeremonien im Nachbarland Irak geplant, ehe Chamenei am Donnerstag in seiner Heimatstadt Maschhad beigesetzt werden soll.
Irans Revolutionsgarden hatten die USA und Israel kurz vor Beginn der Trauerfeierlichkeiten noch vor Angriffen gewarnt: „Jede Fehlkalkulation wird mit einer entschlossenen und noch härteren Antwort als je zuvor beantwortet werden.“

Teheran reagierte nach den US-Vergeltungsangriffen mit Attacken auf Bahrain und Kuwait. Bahrain löste Raketenalarm aus und forderte die Bevölkerung auf, Schutz zu suchen. Der Golfstaat beherbergt die 5. Flotte der US-Marine und war im Verlauf des Krieges wiederholt Ziel iranischer Angriffe. Die kuwaitische Luftabwehr wehrte nach eigenen Angaben in der Nacht iranische Raketen- und Drohnenangriffe ab.
Iran fordert Freibrief für Angriffe in der Straße von Hormus
Das iranische Regime drohte mit weiterer Vergeltung. „Der Iran spricht eine ernste Warnung vor den Folgen des Vertragsbruchs durch die USA aus“, hieß es in einer auf Telegram veröffentlichten Erklärung des Außenministeriums. Man werde „entschlossene Maßnahmen ergreifen, um seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu schützen“.
In der Erklärung beanspruchte das Regime die Straße von Hormus für sich und verwahrte sich gegen Kritik an dortigen Aktionen. Dies sei eine Einmischung in innere Angelegenheiten.
Wörtlich schrieb der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf auf X: „Unter keinen Umständen werden die iranischen Streitkräfte eine Einmischung in Angelegenheiten der Straße von Hormus zulassen oder anderen gestatten, sie zu kontrollieren. Die Zeit der Einschüchterung und Erpressung ist vorbei.“ Und weiter: „Wir knicken nicht ein.“ (fh)






