WIEN. Die Wiener Einwanderungsbehörde hat im vergangenen Jahr 56,9 Prozent mehr Anträge auf Einbürgerungen angenommen als 2024. Insgesamt bearbeitete die Behörde 14.445 Anträge. „Durch die bisherigen Prozessoptimierungen und zusätzliche Personalressourcen ist es gelungen, die Zahl der abgeschlossenen Verfahren in der Inlandseinbürgerung 2025 um 63,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu steigern“, heißt es in einer Mitteilung der österreichischen Hauptstadt vom Dienstag.
Die Verfahrensdauer von Einbürgerungen verkürzte die Einwanderungsbehörde laut eigenen Angaben mit „innovativen digitalen Tools“. Zwei neue Programme sollen beim Scannen von Unterlagen und bei der Zuteilung von Akten helfen. „Sie tragen so zur Bewältigung der gestiegenen Antragszahlen bei.“
Laut einem Sprecher der Stadt Wien sei die Beschleunigung „ein starkes Zeichen für den ständigen Verbesserungsprozess der Abteilung“. Durch die neuen Programme sei der Arbeitsablauf „von einer gesamten Arbeitswoche auf 30 Sekunden reduziert“ worden.
Ausländer leben lang genug in Wien
Die stellvertretende Abteilungsleiterin, Nina Crobath, führte die steigende Nachfrage nach Einbürgerungen darauf zurück, dass „ein Teil der 2015/2016 zu uns geflüchteten Menschen mittlerweile entsprechend lange“ in Österreich lebe.
„Wir spüren aber auch die Unsicherheit vieler hier lebender Menschen angesichts der geopolitischen Lage“, sagte sie der Presseagentur APA. Im Bereich der Einwanderung, zu dem auch reine Aufenthalte zählen, wurden 143.600 Verfahren erledigt.
Mehr Einbürgerungen in ganz Österreich
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 25.095 Ausländer in Österreich und damit 14,6 Prozent mehr als im Vorjahr eingebürgert. „38 Prozent der Einbürgerungen 2025 betrafen politisch Verfolgte des NS-Regimes und deren Nachkommen, die fast alle im Ausland leben“, teilte die fachstatistische Generaldirektorin von „Statistik Austria“, Manuela Lenk, in einem Bericht der Behörde mit.

Am höchsten stieg die Zahl der Einbürgerungen in Wien. 5.078 Ausländer und damit 38,6 Prozent mehr als 2024 erhielten den österreichischen Pass.
Von den Eingebürgerten mit österreichischem Wohnsitz stammen 4.972 aus Israel (19,8 Prozent). Weitere 3.189 kamen aus Syrien (20,6 Prozent), 1.632 aus der Türkei (10,5 Prozent) und 1.301 aus Afghanistan (8,4 Prozent). (mas)






