MAGDEBURG. BSW-Chefin Sahra Wagenknecht hat sich vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt offen für eine politische Neuordnung unter Einbeziehung der AfD gezeigt. „Auf jeden Fall muss die CDU dieses Amt verlieren“, sagte Wagenknecht im Gespräch mit Apollo News. Ihr Ziel sei es, „dass es keinen neuen CDU-Ministerpräsidenten in Sachsen-Anhalt gibt“.
Stattdessen wirbt Wagenknecht für einen überparteilichen Ministerpräsidenten. „Wir wollen, dass alle Parteien und alle Kräfte einbezogen werden“, sagte sie.
Mit Blick auf die AfD fügte sie hinzu: „Eine Partei, die von 30, 40 Prozent gewählt wird, die muss natürlich in Zukunft in Sachsen-Anhalt auch Einfluss haben.“ Die AfD polarisiere zwar stark, räumte Wagenknecht ein. Viele Wähler wollten den AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund als Ministerpräsidenten, mindestens genauso viele lehnten ihn aber ab. Wer das Land zusammenführen wolle, müsse daher überlegen, ob es nicht eine Persönlichkeit gebe, „die tatsächlich von den Wählern unterschiedlicher Lager akzeptiert ist“.
Wagenknecht will Vernunft unterstützen
Wagenknecht brachte dafür eine „Expertenregierung“ ins Spiel. Diese solle nicht nur beim Ministerpräsidentenposten, sondern auch beim Kabinett eine neue Form der Regierungsbildung ermöglichen. „Unser Ziel ist, jemanden zu finden, der nicht direkt aus den Parteien hervorgeht“, sagte die BSW-Chefin. Der Osten Deutschlands sei der richtige Ort, um eine solche „neue Form von Demokratie“ auszuprobieren.
Ob die AfD für diesen Vorschlag offen sei, werde man sehen, sagte sie. Sollte es im Landtag zu Wahlgängen mit unklaren Mehrheiten kommen, wolle sich das BSW nach ihren Angaben nicht grundsätzlich festlegen. „Wir haben immer gesagt: Wir unterstützen das, was vernünftig ist. Egal, von welcher Partei.“ (rr)






