MÜNCHEN. Die hoch verschuldete Stadt München hat ein millionenschweres Begrünungsprojekt für die Innenstadt beschlossen. Bis zu 150 neue Bäume sollen in den kommenden Jahren gepflanzt werden. Schon in der günstigsten Ausbaustufe kostet ein einzelner Baum laut Stadtverwaltung bis zu 95.000 Euro. Hintergrund ist ein Beschluss des Bauausschusses, mit dem die Innenstadt angesichts steigender Sommertemperaturen stärker begrünt werden soll.
Nach Angaben des Baureferats sind für die erste Ausbaustufe 24 neue Bäume vorgesehen. Dafür werden Kosten zwischen 1,8 und 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Das entspricht pro Baum 75.000 bis 95.000 Euro. Die Stadt begründet die hohen Kosten mit schwierigen Bedingungen im Untergrund. Unter Straßen und Gehwegen verlaufen demnach Leitungen, Rohre und Kanäle, die teilweise verlegt werden müssten. Zudem sei ein spezieller Schutz nötig, damit Lieferverkehr und schwere Fahrzeuge die Wurzeln nicht beschädigten.
Münchens Schulden können auf 14 Milliarden Euro steigen
Die zuständige Baureferentin Jeanne-Marie Ehbauer erklärte, jeder neue Baum brauche ausreichend Platz, um sich dauerhaft entwickeln zu können. Der künftige Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) verteidigte das Projekt. Mehr Grün an geeigneten Stellen sei die wirksamste Antwort auf zunehmende Hitzetage in der Stadt.
Kritik kommt von der CSU: Stadtrat Alexander Reissl sprach in der Bild von einem fragwürdigen Signal in Zeiten knapper Kassen. Gerade angesichts der Haushaltslage müsse die Stadt stärker auf Wirtschaftlichkeit achten und dürfe Prestigeprojekte nicht über die finanzielle Vernunft stellen.
München musste für den Haushalt 2026 neue Schulden in Höhe von 2,6 Milliarden Euro aufnehmen. Nach Schätzungen könnten die Verbindlichkeiten der Stadt bis 2029 auf 14 Milliarden Euro steigen. Um die Kosten für das Begrünungsprojekt zu senken, wirbt die Stadt inzwischen auch um Spenden. Bislang gingen nach Angaben der Verwaltung 170.000 Euro ein – genug für knapp zwei Bäume. (rr)






