BERLIN. Deutschlands führende Wirtschaftsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für Deutschland erneut nach unten korrigiert. Demnach soll der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im laufenden Jahr nur noch 0,6 Prozent betragen, zitiert das Handelsblatt aus der „Gemeinschaftsdiagnose“, die am kommenden Mittwoch vorgestellt werden soll. Vergangenes Jahr war ein Wachstum von 1,3 Prozent prognostiziert worden.
Die Wirtschaftsinstitute führen die Flaute auf den Irankrieg zurück. Hauptgrund dafür seien die dadurch gestiegenen Preise für Öl und Gas. Auch für das kommende Jahr sieht die „Gemeinschaftsdiagnose“ ein geringeres Wachstum als erwartet. Statt 1,4 Prozent soll Deutschlands BIP um 0,7 bis ein Prozent steigen.
Statistisches Bundesamt verzeichnet Wachstum der Inflationsrate
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, man sehe die Konjunkturschwäche „sehr klar“. Alles hänge davon ab, ob die Straße von Hormus passierbar werde. „Ich kann Ihnen nicht beantworten, ob es gelingt, die Energielieferungen durch die Straße tatsächlich abzusichern“, betonte sie zugleich.
Bei der „Gemeinschaftsdiagnose“ handelt es sich um eine gemeinsame Analyse von fünf Instituten im Auftrag der Bundesregierung. Dazu zählen das RWI Essen, das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin, das Ifo-Institut, das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle und das Kiel Institut für Weltwirtschaft.

Unterdessen teilte das Statistische Bundesamt mit, dass die Inflation höher als erwartet ausfallen wird (JF berichtete). Im März soll die Teuerungsrate im Vergleich zum Vorjahresmonat bei 2,7 Prozent liegen, im Februar waren es 1,9 Prozent. Die Energiepreise werden laut Schätzungen der Behörde um 7,2 Prozent steigen. (kuk)






