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Trendstudie 2026: Wachsende Depressionen und politische Ränder – Jugend will auswandern

Trendstudie 2026: Wachsende Depressionen und politische Ränder – Jugend will auswandern

Trendstudie 2026: Wachsende Depressionen und politische Ränder – Jugend will auswandern

Eine junge Frau sitzt auf einem Sofa in einer Wohnung, lehnt sich zurück und stützt den Kopf mit der Hand, die Augen geschlossen. Sie wirkt erschöpft und angespannt. Im Hintergrund sind unscharf Möbel und Wohnraum zu erkennen. Das Bild steht im Zusammenhang mit einer Studie zur Jugend in Deutschland, die zunehmende psychische Belastungen, Depressionen und Zukunftssorgen bei jungen Menschen beschreibt.
Eine junge Frau sitzt auf einem Sofa in einer Wohnung, lehnt sich zurück und stützt den Kopf mit der Hand, die Augen geschlossen. Sie wirkt erschöpft und angespannt. Im Hintergrund sind unscharf Möbel und Wohnraum zu erkennen. Das Bild steht im Zusammenhang mit einer Studie zur Jugend in Deutschland, die zunehmende psychische Belastungen, Depressionen und Zukunftssorgen bei jungen Menschen beschreibt.
Junge Frau sitzt erschöpft auf einem Sofa: Viele junge Menschen berichten von psychischer Belastung. Foto: IMAGO / Zoonar
Trendstudie 2026
 

Wachsende Depressionen und politische Ränder – Jugend will auswandern

Die Zukunft erscheint vielen jungen Deutschen unsicher. Eine Studie zeigt mehr Depressionen, geringe politische Zuversicht und steigende Zustimmung zu AfD und Linkspartei. Jeder Fünfte plant, Deutschland zu verlassen.
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BERLIN. Die Zukunftserwartungen junger Menschen in Deutschland haben sich deutlich eingetrübt. Laut der neuen Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ bewerten nur noch 49 Prozent ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt als gut; 2024 waren es noch 63 Prozent. Mehr als ein Drittel nennt die Angst vor Arbeitslosigkeit eine der größten Sorgen. Nur 14 Prozent erklären zudem, sie hätten Vertrauen, dass die Regierung das Richtige tut.

Die wachsende Unsicherheit zeigt sich auch politisch. In der Sonntagsfrage unter Befragten mit klarer Wahlabsicht kommt die Linkspartei auf 25 Prozent, die AfD auf 20 Prozent. CDU und CSU erreichen 14 Prozent, die Grünen 13 Prozent und die SPD 10 Prozent. Gegenüber den Vorjahren legt die Linkspartei damit deutlich zu, während die AfD auf hohem Niveau bleibt.

Studienleiter Simon Schnetzer sagte der Zeit, mit Protest habe das bei der AfD „nichts mehr zu tun“. Die Partei habe „in Teilen der jungen Generation den Charakter einer politischen Randerscheinung verloren“ und gelte „häufig als normal und akzeptiert“. Die klassische Bindung an die politischen Mitteparteien wirkt dagegen geschwächt.

Jeder Vierte leidet an Depressionen

Auch wirtschaftlich und sozial blickt ein großer Teil der Befragten pessimistisch auf die kommenden Jahre. 23 Prozent geben an, Schulden zu haben, nach 20 Prozent im Vorjahr und 16 Prozent im Jahr 2023. 43 Prozent sorgen sich, ihre Wohnkosten künftig nicht mehr tragen zu können. Nur 14 Prozent rechnen damit, im Alter von der gesetzlichen Rente gut leben zu können. 45 Prozent befürchten einen vollständigen Kollaps des Rentensystems, 60 Prozent sehen sich im Alter nicht ausreichend abgesichert.

Hinzu kommt eine angespannte psychische Lage. 29 Prozent erklären, psychologische Unterstützung zu benötigen, 15 Prozent befinden sich bereits in Behandlung. Jeder Vierte gibt an, unter Depressionen zu leiden, nach rund jedem Fünften im Vorjahr. 21 Prozent berichten von Einsamkeit. Bei jungen Frauen liegt der Wert bei 34 Prozent, bei Studenten bei 32 Prozent und bei Erwerbslosen bei 42 Prozent. Weiter stufen zudem 60 Prozent ihre Smartphone-Nutzung als suchtähnlich ein.

Die Unsicherheit reicht schließlich bis zur Frage, ob die eigene Zukunft überhaupt noch in Deutschland liegt. 21 Prozent geben an, konkret zu planen, das Land zu verlassen. Weitere 41 Prozent können sich das grundsätzlich vorstellen. Gleichzeitig zeigte sich die junge Generation leistungsbereit. 71 Prozent der Erwerbstätigen gaben an, ihre Arbeit gern zu machen. Fast die Hälfte erklärte, bei Bedarf auch länger oder am Wochenende zu arbeiten.

Auch die verbreitete These einer „Lifestyle-Teilzeit“ fand in den Daten keine Bestätigung. Der Anteil derjenigen, die ihren Lebensunterhalt durch einen Vollzeitjob finanzieren, stieg gegenüber dem Vorjahr, während die Teilzeitquote zurückging.

„Es braut sich etwas zusammen“

Für die neunte Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026 – Zukunft unter Druck“ wurden vom 9. Januar bis 9. Februar 2.012 Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren befragt. Herausgegeben wird die Studie vom Datajockey Verlag unter Leitung des Jugendforschers Schnetzer.

Der Druck auf die junge Generation steigt, „und die Chancen, diesen gerecht zu werden, schwinden“, heißt es in der Studie. Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven, Schulden und mentaler Stress prägten die Lebenslage vieler junger Menschen. Als Reaktion wandten sie sich den politischen Rändern zu oder dächten darüber nach, Deutschland zu verlassen. Studienautorin Nina Kolleck kommentierte dazu: „Der Protest der Jugend ist nicht laut, aber unter der Oberfläche braut sich etwas zusammen“. (sv)

Junge Frau sitzt erschöpft auf einem Sofa: Viele junge Menschen berichten von psychischer Belastung. Foto: IMAGO / Zoonar
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