KÖLN. Der Skandal um den seit Jahren nicht abgeschobenen Bosnier Huso B. in Köln (die JF berichtete) hat sich ausgeweitet. Wie Medien unter Berufung auf ein Papier der nordrhein-westfälischen Landesregierung berichten, ist der Mann mittlerweile in 147 Fällen bei der Polizei aktenkundig geworden. Der 42jährige war 2003 nach Deutschland eingereist. Sein Asylantrag wurde abgelehnt, Bosnien-Herzegowina gilt als sicheres Herkunftsland.
Die Stadt Köln wollte ihn noch im selben Jahr abschieben. Der Mann tauchte jedoch unter und erschien erst vier Jahre später wieder bei den Behörden.
2009 scheiterte er vor dem Verwaltungsgericht mit einer Klage gegen seine Abschiebung. Dennoch erhielt er seither immer wieder eine sogenannte Duldung, obwohl er ausreisepflichtig blieb. Der Fall gilt auch wegen der hohen Sozialleistungen als brisant. Nach Angaben des Sozialamts erhielt die zehnköpfige Familie von Huso B. im September 2023 monatlich insgesamt 7.250,77 Euro nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Inzwischen beziehen mehrere Familienmitglieder Leistungen vom Sozialamt, vier Kinder erhalten Bürgergeld.
Die lange Akte des Huso B.
Laut einer polizeilichen Übersicht, über die zuerst der Kölner Stadt-Anzeiger berichtete, taucht der Mann 147mal in Datenbanken auf. 80 Einträge betreffen Diebstähle, in 41 Fällen besteht der Verdacht des gewerbsmäßigen Bandendiebstahls. Hinzu kommen unter anderem Betrug, besonders schwerer Diebstahl, Raub, gefährliche Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Verurteilt wurde er laut Bundeszentralregister bislang wegen elf Straftaten.
Nach Angaben der Stadt Köln wurde die Abschiebung auch wegen der Familie nicht vollzogen. Der Mann und seine Frau haben acht minderjährige Kinder, die überwiegend in Deutschland geboren wurden. In internen Vermerken soll es heißen, dass wegen des Schutzes der Familieneinheit eine Rückführung nicht weiter verfolgt worden sei.
Nachdem der Fall öffentlich geworden ist, ordnete der Kölner Oberbürgermeister eine verwaltungsinterne Prüfung an. Nach Angaben der Stadt laufen derzeit mehr als 1.000 Verfahren zur freiwilligen Ausreise oder Abschiebung. Im Jahr 2025 wurden demnach 245 Personen abgeschoben, darunter 130 Straftäter. (rr)






