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Heiratsantrag im Stadion: Nach Haßverbrechen-Alarm ermittelt jetzt die Justiz gegen queeren Schiedsrichter

Heiratsantrag im Stadion: Nach Haßverbrechen-Alarm ermittelt jetzt die Justiz gegen queeren Schiedsrichter

Heiratsantrag im Stadion: Nach Haßverbrechen-Alarm ermittelt jetzt die Justiz gegen queeren Schiedsrichter

Schiedsrichter. Zwei Männer küssen sich am Spielfeldrand eines Fußballstadions, einer hält eine geöffnete Ringschatulle in der Hand. Der bisexuelle Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser macht seinem Partner vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln einen Heiratsantrag; das Bild verbreitet sich bundesweit, während gegen ihn strafrechtliche Vorwürfe im Raum stehen. Pascal Kaiser im Rheinenergie-Stadion: Kuß nach dem Heiratsantrag vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Steffie Wunderl
Schiedsrichter. Zwei Männer küssen sich am Spielfeldrand eines Fußballstadions, einer hält eine geöffnete Ringschatulle in der Hand. Der bisexuelle Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser macht seinem Partner vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln einen Heiratsantrag; das Bild verbreitet sich bundesweit, während gegen ihn strafrechtliche Vorwürfe im Raum stehen. Pascal Kaiser im Rheinenergie-Stadion: Kuß nach dem Heiratsantrag vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Steffie Wunderl
Pascal Kaiser im Rheinenergie-Stadion: Kuß nach dem Heiratsantrag vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Steffie Wunderl
Heiratsantrag im Stadion
 

Nach Haßverbrechen-Alarm ermittelt jetzt die Justiz gegen queeren Schiedsrichter

Politiker, Journalisten und selbst die Queerbeauftragte der Bundesregierung schlagen Alarm – wegen angeblich homophober Gewalt gegen einen bisexuellen Schiedsrichter. Plötzlich steht ein brisanter Verdacht im Raum: War alles nur inszeniert?
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KÖLN. Der Fall des bisexuellen Amateur-Schiedsrichters Pascal Kaiser hat binnen weniger Tage eine Welle internationaler Empörung ausgelöst (die JF berichtete). Medien berichteten von angeblich homophob motivierten Überfällen, Politiker warnten vor zunehmender „Queerfeindlichkeit“, Solidaritätsbekundungen folgten aus dem In- und Ausland. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Köln jedoch wegen des Anfangsverdachts des Vortäuschens von Straftaten.

Ausgangspunkt der öffentlichen Aufregung waren Berichte, Kaiser sei Anfang Februar vor seinem Wohnhaus überfallen und zusammengeschlagen worden. Zuvor habe er Drohnachrichten erhalten.

Der Schiedsrichter sprach von einem „homophoben Motiv“. Zahlreiche Medien griffen den Fall auf. Politiker reagierten umgehend. Der queerpolitische Sprecher der Linken in Nordrhein-Westfalen sprach von einem „Angriff auf die queere Sichtbarkeit in ganz Deutschland“. Auch die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch (SPD), schaltete sich ein. Sie erklärte, Kaiser sei „Opfer feiger und menschenverachtender Gewalt“ geworden; den Angriffen seien „eindeutige Drohungen“ vorausgegangen. Die öffentliche Erzählung war damit gesetzt: ein Haßverbrechen gegen einen offen bisexuellen Schiedsrichter.

Fingierte Schiedsrichter auch die Droh-Mails?

Inzwischen hat der Fall jedoch eine andere Richtung genommen. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtet, wird gegen Kaiser wegen des Verdachts ermittelt, Körperverletzungen zu seinem Nachteil selbst vorgetäuscht und Drohnachrichten eigenhändig verfaßt und versandt zu haben. Es kam zu einer Hausdurchsuchung, Datenträger wurden sichergestellt.

Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeiger gehen IT-Forensiker der Frage nach, ob die Droh-Mails fingiert wurden. Zudem wurden rechtsmedizinische Untersuchungen angeordnet. Ein Gutachten soll klären, ob sich Kaiser selbst verletzt hat oder ob ein Dritter beteiligt war. Das Ergebnis wird in Kürze erwartet.

Parallel dazu stehen weitere Vorwürfe im Raum. Ermittlungen wegen Betrugs wurden zwar nach Paragraph 154 StPO eingestellt, allerdings nicht mangels Tatverdachts, sondern wegen schwerer wiegender anderer Verfahren. (rr)

Pascal Kaiser im Rheinenergie-Stadion: Kuß nach dem Heiratsantrag vor dem Bundesligaspiel des 1. FC Köln. Foto: picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS | Steffie Wunderl
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