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Aufarbeitung: Studie belegt systematische Zwangsadoptionen in der DDR

Aufarbeitung: Studie belegt systematische Zwangsadoptionen in der DDR

Aufarbeitung: Studie belegt systematische Zwangsadoptionen in der DDR

Eine Kundgebung für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen in Berlin, 2014: Bis heute wird das Thema stiefmütterlich behandelt.
Eine Kundgebung für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen in Berlin, 2014: Bis heute wird das Thema stiefmütterlich behandelt.
Eine Kundgebung für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen in Berlin, 2014: Bis heute wurde das Thema stiefmütterlich behandelt Foto: picture alliance / dpa | Rainer Jensen
Aufarbeitung
 

Studie belegt systematische Zwangsadoptionen in der DDR

Eine neue, staatlich geförderte Studie zeigt, daß der SED-Staat Kinder aus politischen Gründen systematisch ihren Eltern entzog. Die Forscher sprechen über die Adoptionen von eindeutigem Systemunrecht.
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BERLIN. Ein vom Bundesinnenministerium geförderter Forschungsverbund hat erstmals umfassende Ergebnisse zu politisch motivierten Zwangsadoptionen in der SBZ und der DDR vorgelegt (die JF berichtete). Die dreijährige Studie kommt zu dem Befund, daß der SED-Staat zwischen 1945 und 1989 systematisch in Familien eingriff und Kinder ihren Eltern entzog.

Geleitet wurde das Forschungsprojekt vom Deutschen Institut für Heimerziehungsforschung. Beteiligt waren Wissenschaftler der Universitäten Düsseldorf, Mainz und Leipzig sowie der Medical School Berlin. Das Bundesinnenministerium stellte für das Vorhaben rund eine Million Euro zur Verfügung.

Untersucht wurden staatliche Eingriffe unter dem Vorwand angeblicher sozialer oder wirtschaftlicher „Missstände“. Eltern und Kinder wurden getrennt, Adoptionen gegen den Willen der Betroffenen durchgesetzt. Die Forscher ordnen diese Praxis eindeutig als Teil des Systemunrechts der SED-Diktatur ein. Die Folgen wirkten für viele Betroffene bis in die Gegenwart fort.

Politisch motivierte Adoptionen

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) betonte, Unrecht müsse klar erkannt und benannt werden. Auch Jahrzehnte nach dem Ende der DDR gebe es noch blinde Flecken in der Aufarbeitung. Die Untersuchung schließe eine zentrale Lücke bei der historischen Bewertung politisch motivierter Adoptionen.

Bereits seit den 1970er Jahren wird über Zwangsadoptionen in der DDR berichtet. Neue Aufmerksamkeit erhielt das Thema 2018 durch eine Petition von Betroffenen. Der Deutsche Bundestag beschloß daraufhin parteiübergreifend eine wissenschaftliche Aufarbeitung und beauftragte das Innenministerium mit der Durchführung des Projekts. (rr)

Eine Kundgebung für die Opfer von DDR-Zwangsadoptionen in Berlin, 2014: Bis heute wurde das Thema stiefmütterlich behandelt Foto: picture alliance / dpa | Rainer Jensen
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