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Auswirkungen des Ukraine-Krieges: Finnlands Staatsführung drängt auf Nato-Beitritt

Auswirkungen des Ukraine-Krieges: Finnlands Staatsführung drängt auf Nato-Beitritt

Auswirkungen des Ukraine-Krieges: Finnlands Staatsführung drängt auf Nato-Beitritt

Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö wollen in die Nato Foto: picture alliance / EPA | KIMMO BRANDT
Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö wollen in die Nato Foto: picture alliance / EPA | KIMMO BRANDT
Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö wollen in die Nato Foto: picture alliance / EPA | KIMMO BRANDT
Auswirkungen des Ukraine-Krieges
 

Finnlands Staatsführung drängt auf Nato-Beitritt

Finnland will in die Nato. Die Staatsführung betont, dies werde auch das Verteidigungsbündnis stärken. Experten rechnen damit, daß auch Schweden in den kommenden Tagen einen Antrag stellen wird. Rußland droht mit Konsequenzen.
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HELSINKI. Die finnische Staatsführung hat sich für einen Nato-Beitritt des Landes ausgesprochen. „Die Nato-Mitgliedschaft würde Finnlands Sicherheit verstärken. Zugleich würde Finnland das Verteidigungsbündnis stärken. Finnland muß unverzüglich den Mitgliedsantrag für die Nato stellen“, betonten Präsident Sauli Niinistö und Ministerpräsidentin Sanna Marin in einer gemeinsamen Erklärung. Beide hofften, daß die für die Entscheidung notwendigen Schritte in den kommenden Tagen vollzogen werden.

Bislang ist Finnland ein Partner des Nordatlantik-Paktes, lehnte jedoch einen Beitritt stets ab. Seit dem Angriff Rußlands auf die Ukraine hat sich die öffentliche Meinung in dem Land jedoch gewandelt. In jüngsten Umfragen sprachen sich laut Nachrichtenagentur dpa mehr als 75 Prozent der Finnen für eine Nato-Mitgliedschaft aus.

Finnland hat eine rund 1.300 Kilometer lange Grenze mit Rußland. Das nordische Land mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern hat eine Armee von 280.000 Soldaten und verfügt derzeit über 600.000 Reservisten. Zudem kündigte die Regierung bereits Anfang April an, die Militärausgaben zu erhöhen.

Ex-Präsident Medwedew warnt vor Atomkrieg

Rußland hatte für den Fall eines Nato-Beitritts seines Nachbarlandes mit Konsequenzen gedroht. Der russische Ex-Präsident und die aktuelle Nummer zwei des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, äußerte, der Kreml werde gegebenenfalls Hyperschallraketen und Atomwaffen an die Grenze verlegen. Der Konflikt berge ihmzufolge das Risiko, „in einen vollständigen Atomkrieg zu münden“.

Der Kreml hat mittlerweile auf den möglichen Beitritt Finnlands in die Nato reagiert und diesen als Bedrohung für Rußland bezeichnet. „Eine abermalige Ausweitung der Nato macht unseren Kontinent nicht stabiler und sicherer“, sagte Regierungssprecher Dmitri Peskow laut der Agentur Interfax am Donnerstag.

Schweden steht auch vor Nato-Antrag

Sein Land werde die Folgen eines Beitritts Finnlands mit Blick auf seine eigene Sicherheit analysieren. Die Nato bewege sich in Richtung Rußlands, kritisierte er. Alles hänge nun davon ab, wie sich der weitere Prozeß der Erweiterung entwickele und welche militärische Infrastruktur an die Grenzen seines Landes verlegt werde.

Sicherheitsexperten rechnen damit, daß auch das bislang neutrale Schweden in den kommenden Tagen einen Antrag auf Beitritt zur Nato stellen werde. Eine Aufnahme beider Staaten gilt als sicher. Während des ein Jahr dauernden Ratifizierungsprozesses würden die Nato-Staaten ihre Truppenpräsenz in der Region erhöhen und Manöver auf der Ostsee abhalten. (ag)

Finnlands Ministerpräsidentin Sanna Marin und Präsident Sauli Niinistö wollen in die Nato Foto: picture alliance / EPA | KIMMO BRANDT
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