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JF-Serie „Schlachtorte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“: Kesselschlacht bei Uman: mit den Verbündeten weiter nach Osten

JF-Serie „Schlachtorte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“: Kesselschlacht bei Uman: mit den Verbündeten weiter nach Osten

JF-Serie „Schlachtorte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“: Kesselschlacht bei Uman: mit den Verbündeten weiter nach Osten

Eine Infanterieeinheit der Wehrmacht rückt 1941 in der Ukraine vor Foto: picture-alliance / akg-images | akg-images
Eine Infanterieeinheit der Wehrmacht rückt 1941 in der Ukraine vor Foto: picture-alliance / akg-images | akg-images
Eine Infanterieeinheit der Wehrmacht rückt 1941 in der Ukraine vor Foto: picture-alliance / akg-images | akg-images
JF-Serie „Schlachtorte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“
 

Kesselschlacht bei Uman: mit den Verbündeten weiter nach Osten

Odessa, Kiew, Mariupol, Krim – durch die Berichterstattung über den Ukraine-Krieg tauchen nun wieder die Namen von Städten und Regionen auf, die bereits im 20. Jahrhunderts für Schlachten standen. Die Ukraine war im Zweiten Weltkrieg von den Kämpfen zwischen Wehrmacht und Roter Armee besonders schwer betroffen. Mehrmals überzogen die Truppen der Sowjetunion und des Dritten Reiches das Land mit Zerstörung und Tod. Die schweren Gefechte forderten Zigtausende Opfer.

In einer Serie widmet sich die JUNGEN FREIHEIT einigen ausgewählten Schlachten und militärischen Großoperationen zwischen 1941 und 1944 an Orten, die heute wieder im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Den Anfang bildet die Kesselschlacht bei Uman.

Schlacht bei Uman zog sich über Wochen hin

Am 22. Juni 1941 begann das Unternehmen Barbarossa, der deutsche Angriff auf die Sowjetunion. Das deutsche Ostheer bestand zu dem Zeitpunkt aus rund drei Millionen Mann, die sich auf 150 Divisionen verteilten, davon 20 Panzerdivisionen. Die deutsche Armeeführung hatte dazu mit 3.648 von 5.694 Panzern und Sturmgeschützen rund 64 Prozent seines Gesamtbestandes an die Ostfront verlegt.

Befehlshaber der Heeresgruppe Süd, Gerd von Rundstedt Foto: picture alliance / akg-images | akg-images
Befehlshaber der Heeresgruppe Süd, Gerd von Rundstedt Foto: picture alliance / akg-images | akg-images

Der Vormarsch erfolgte in drei Heeresgruppen. Die Heeresgruppe Süd unter Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt stieß im Sommer 1941in die Ukraine vor. Es gelang ihr, zwei Armeen der russischen Südfront bei Uman östliche des Dnjepr zu umfassen.

Nach einer Pause zur Versorgung mit Nachschub griff die Panzergruppe Kleist am 15. Juli aus dem Raum Fastow an. Die Sowjets wehrten sich erbittert; trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit an einigen Frontabschnitten. Doch ihre technisch überlegenen T-34-Panzer verfügten über zu wenig Sprit und Munition, um effektiv Gegenwehr leisten zu können. Zwar bemühten sie sich noch am 31. Juli, die Stadt Nowo Archagelsk zurückzuerobern – doch das Vorhaben scheiterte.

Zusammen mit ihren rumänischen und ungarischen Verbündeten konnten deutsche Kräfte bis zum 3. August den Kessel um die Russen schließen. Kurios daran war, daß sich Rumänen und Ungarn im Vorjahr noch in Siebenbürgen als Gegner gegenüberstanden und nun gemeinsam kämpften.

Über 100.000 Russen gingen in Gefangenschaft

Doch die Truppen, die den Kessel sichern sollten, waren noch relativ schwach. So konnten Zehntausende Russen ausbrechen und sich zu ihren Linien durchschlagen. Dabei mußten sie allerdings ihre schweren Waffen zurücklassen, die der Wehrmacht in die Hände fielen. Als der Kessel schließlich am 8. August aufgelöst wurde, gingen rund 103.000 Rotarmisten in Kriegsgefangenschaft. Zeitzeugen zeigten sich „überwältigt“ von der Masse russischer Gefangener. Auch die Materialverluste Moskaus waren beachtlich. Gingen doch 317 Panzer, 858 Geschütze und 5.250 LKW verloren.

Verwundete Rotarmisten nach der Kesselschlacht bei Uman Foto: picture alliance / akg-images | akg-images / Kurt Schrader
Verwundete Rotarmisten nach der Kesselschlacht bei Uman Foto: picture alliance / akg-images | akg-images / Kurt Schrader

An den Kämpfen bei Uman war auch die 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ beteiligt. Sie war die erste Einheit der Waffen-SS, in der ausländisches Personal kämpfte. Die neben Deutschen aus Dänen, Schweden, Norwegern, Finnen, Esten, Wallonen, Flamen und Niederländern bestehende Truppe sollte in der Propaganda das Bild der internationalen Waffen-SS prägen.

Nach der Schlacht bei Uman war der erste Schritt zur Eroberung des Donbass getan; das ukrainische Hinterland stand offen. Jedoch sprengten die Russen alle wichtigen Eisenbahnbrücken über den gewaltigen Dnjepr. So mußte erst ein Brückenkopf errichtet und gegen russische Angriffe wochenlang verteidigt werden.

Panzergruppe Kleist schwenkte nach Norden

Die Gruppe Kempf, bestehend aus der 16. Panzerdivision und dem SS-Regiment der „Leibstandarte Adolf Hitler“, stieß zusammen mit rumänischen Einheiten Mitte August auf den Hafen von Nikolajew am südlichen Bug vor und besetzte das untere Dnjepr-Gebiet.

Kleists Truppen kämpften bis zum Ende des Augusts das ganze westliche Ufer des Dnjepr frei. Eine echte Verschnaufpause bekamen sie nicht. Auf Anweisung des Oberkommandos der Wehrmacht orientierte sie sich nach ihrer Umgruppierung Richtung Norden. Ihr nächster Einsatz war die Schlacht um Kiew.

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Lesen Sie in den kommenden Tagen den nächsten Teil der JF-Serie „Schlachtorte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg“.

Bisher erschienene Teile:

Erster Teil: Kesselschlacht bei Uman: mit den Verbündeten weiter nach Osten. 

Zweiter Teil: Kampf um Kiew1941: „Stehen, halten und notfalls sterben.“

Dritter Teil: Verlustreicher Kampf um Odessa.

Eine Infanterieeinheit der Wehrmacht rückt 1941 in der Ukraine vor Foto: picture-alliance / akg-images | akg-images
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