BRÜSSEL/BERLIN. Die EU-Kommission hat die Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 halbiert. Ursprünglich war die Kommission von einem Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausgegangen, jetzt erwartet sie 0,6 Prozent, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Die Verantwortlichen der Berechnung sehen den Hauptgrund dafür im Ausbruch des Irankriegs Ende Februar dieses Jahres und den damit einhergehenden gestiegenen Energiepreisen.
Mit der aktuellen Prognose steht die Bundesrepublik schlechter da als der EU-Durchschnitt. Für die Mitgliedsstaaten der EU rechnet die Kommission mit einem Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent im laufenden Jahr – ursprünglich war die Brüsseler Institution von 1,4 Prozent ausgegangen.
EU ist „besonders anfällig“ bei steigenden Energiepreisen
Weil die EU ein Nettoenergieimporteur sei, sei sie „besonders anfällig“ bei Preissteigerungen in diesem Segment, heißt es in der Mitteilung der Kommission.
Die Bundesregierung hatte bereits Ende April die Wachstumsprognose Deutschlands für 2026 auf 0,5 Prozent geschätzt. Auch das Institut der deutschen Wirtschaft rechnet für das laufende Jahr mit einer geringen Konjunktursteigerung von 0,4 Prozent.
Vorsichtige Hoffnung formulierte die EU-Kommission indes für das kommende Jahr: 2027 sollte sich die Lage leicht verbessern – sofern sich die globalen Energiemärkte entspannen. (st)







