E-Golf beim Laden in der Gläsernen Manufaktur in Dresden Foto: dpa
EU-Klimaziele

E-Mobilität gefährdet 75.000 Arbeitsplätze

BERLIN. Der Umbau der deutschen Wirtschaft für die Elektromobilität könnte einer Studie zufolge 75.000 Arbeitsplätze bis zum Jahr 2030 kosten. In der Motoren- und Getriebeproduktion sei damit etwa ein Drittel der 210.000 Arbeitsplätze gefährdet, berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf eine Studie des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation.

Die erwarteten Verlusten seien bereits mit den wahrscheinlich geschaffenen Arbeitsplätzen zusammengerechnet. Die Wissenschaftler erwarten einen Aufbau von rund 25.000 Stellen für die Herstellung von Elektroantrieben.

40 Prozent E-Mobile notwendig für Klimaziel der EU

In der sogenannten Antriebstechnik arbeiten etwa ein Viertel aller 840.000 Arbeitnehmer der Fahrzeughersteller und Zulieferer. Das sind über zehn Prozent der in der deutschen Industrie beschäftigten.

Die Berechnungen erfolgten unter der Annahme, daß reine Elektroautos bis 2030 einen Marktanteil von 25 Prozent erreichen. Für Hybridautos und Plug-in-Hybride gehen die Wissenschaftler von einem Anteil von 15 Prozent aus. Etwa 1,6 Prozent aller neuzugelassenen Autos in Deutschland waren im vergangenen Jahr Elektro-Fahrzeuge.

Dieser Anteil von etwa 40 Prozent an E-Mobilen sei laut Studie nötig, um die EU-Klimaziele zu erfüllen. Die EU-Klimaschutzziele sehen vor Treibhausgase bis 2030 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken.

Bund will E-LKW mit zehn Millionen Euro fördern

Die Daten der Studie „Wirkungen der Fahrzeugelektrifizierung auf die Beschäftigung am Standort Deutschland“ lieferten die Hersteller BMW, Daimler und Volkswagen sowie die Zulieferer Bosch, ZF Friedrichshafen, Schaeffler und Mahle.

Das Bundesverkehrsministerium hatte jüngst angekündigt, den Kauf von Elektro-Lastkraftwagen mit zehn Millionen Euro jährlich zu fördern. Käufer von E-LKW über zwölf Tonnen sollen mit bis zu 40.000 Euro unterstützt werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL), Dirk Engelhardt, begrüßte die Förderrichtlinie und forderte gleichzeitig eine Aufstockung der Mittel. Engelhardt machte darauf aufmerksam, daß es kaum Elektro-Laster in dieser Gewichtsklasse auf dem Markt gebe. (mp)

E-Golf beim Laden in der Gläsernen Manufaktur in Dresden Foto: dpa

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