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Eurohöhenflug durch Dollarschwäche

Der Höhenflug des Euros gegenüber dem Dollar hat eine neue Rekordmarke überschritten. Mit etwa 1,20 Dollar für einen Euro ist die europäische Einheitswährung teurer als bei ihrer Einführung 1999. Damals begann ein stetiger Sinkflug bis zur Niedrigstmarke von 85 US-Cents pro Euro. Heute müssen die Amerikaner 50 Prozent mehr bezahlen. Wer andererseits im letzten Jahr vergaß, seine Dollarbestände in Euro umzuwandeln, hat ein Drittel seines Vermögens verloren. Umgekehrt verliert die Exportwirtschaft, sofern sie US-Kunden besitzt, ein Drittel ihres Verkaufserlöses – es sei denn, sie hat ihre Exportgeschäfte gegen Währungsschwankungen abgesichert. Das Rätselraten über den starken Euro ist groß. Die einen vermuten als Grund die hohen Zinsunterschiede zwischen den USA und Euroland. Relativ hohe Zinsen in Europa locken Anleger aus dem Niedrigzinsland USA, dessen Zentralbank zudem weitere Zinssenkungen nicht ausschließt. Aber auch die Europäische Zentralbank wird aufgrund der desolaten Wirtschaftslage in Europa weitere Eurozinssenkungen nicht vermeiden können. Die transatlantische Gemeinschaft der Zinssenkungspropheten stützt sich zudem auf die wachsende Furcht vor Deflation. Die inflationsfördernde Wirkung von Zinssenkungen könnte daher neutralisiert werden. Andere Analytiker sehen die Eurostärke in dem hohen US-Außenhandelsdefizit begründet. Niemand vermutet jedoch hinter dem Eurohöhenflug eine wirkliche Stärke des Euros. Als Triebkraft wird stets die Schwäche des Dollars gesehen. Der Euro war, ist und bleibt ein Spielball des Dollars, der mit Bushs neuem Wirtschaftsprogramm schnell erstarken kann. Dann geht’s mit dem Euro wieder wie gewohnt abwärts.

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