SCHONGAU. Bei einem Amoklauf am Welfen-Gymnasium im oberbayerischen Schongau sind zwei Mädchen verletzt worden. Nach bisherigen Kenntnissen gebe es keine weiteren Verletzten, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd der JUNGEN FREIHEIT am Mittwoch mit. Inzwischen nahmen die Beamten einen 16jährigen fest. Zu seiner Nationalität und ob er Schüler der Einrichtung ist, machte die Polizei keine Angaben. Beides werde derzeit geklärt. Der Fall werde dem Sprecher zufolge als Amoklage behandelt. Genauere Hintergründe sind noch unklar.
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zeigte sich gegenüber dem BR „entsetzt“ ob des „schrecklichen Amoklaufs“. Jeder Raum des Gymnasiums werde gerade sorgfältig durchsucht. „Wir gehen von einem Täter aus, der mit einem Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war“, fügte er hinzu. Inzwischen bestätigte die Polizei diese Vermutung.
Das Gymnasium erhielt bereits eine Amoklauf-Drohung
Zur Tat kam es kurz vor 13 Uhr. Daraufhin löste die Schule einen Feuerwehralarm aus und informierte die Polizei, berichtet der Münchner Merkur. Demnach sind mehr als 15 Streifen noch immer im Einsatz, ebenso wie mehrere Helikopter. Die verletzten Mädchen wurden inzwischen ins Krankenhaus gebracht. Laut der Bild-Zeitung hätten sie schwere Stichverletzungen erlitten, auf JF-Nachfrage konnte der Polizeisprecher diese Information aber weder bestätigen noch dementieren. „Das müssen wir noch verifizieren.“
Bereits im vergangenen Dezember hatten mehrere Schüler der Mittelstufe des Welfen-Gymnasiums eine Amokdrohung erhalten. Dem Merkur zufolge verschickte ein Mitschüler Nachrichten mit pornographischem und gewaltverherrlichendem Inhalt an sie. Als sie sich an einen Lehrer gewandt hätten, seien sie mit dem Tod und einem Amoklauf bedroht worden. Zu dem jugendlichen Tatverdächtigen teilte die Polizei damals keine Details, da für ihn Persönlichkeitsschutz gelte. Die Schule suspendierte ihn vom Unterricht bis zu den Weihnachtsferien. (kuk)






