KASSEL. Die Henning-Kaufmann-Stiftung für die deutsche Sprache hat dem Publizisten Harald Martenstein den Deutschen Sprachpreis 2026 verliehen. Martenstein sei einer der renommiertesten Kommentatoren politischer, kultureller und alltäglicher Vorgänge, zitierte die Zeit die Stiftung. Insgesamt 10.000 Euro sind mit dem Preis verknüpft, welchen Martenstein am 12. Juni in Kassel verliehen bekommen soll. Die Laudatio wird Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) halten.
Martenstein beherrsche sein „publizistisches Handwerk meisterhaft“ und übe es in Verantwortung für die deutsche Sprache, heißt es in der Begründung. Sein Deutsch sei zeitgemäß, seine Texte witzig und reflektiert, teilweise sarkastisch, „aber nie ins Korsett politischer Korrektheit eingeschnürt“. Dafür habe der Autor auch Kritik einstecken müssen.
Martenstein schreibt derzeit eine Kolumne für die Bild. Bis 2026 hatte er eine Kolumne bei der Zeit, die er teilweise auch für den RBB einsprach, woraufhin der Sender den Text als Radiokolumne sendete. Anfang Februar machte Martenstein öffentlich, daß sich der RBB teilweise geweigert habe, seine Kolumnen zu veröffentlichen (JF berichtete).
2022 zerstritt sich Martenstein mit dem Tagesspiegel
Bis 2022 hatte Martenstein zudem eine Kolumne beim Tagesspiegel geschrieben. Er verließ die Zeitung, nachdem sich die Chefredaktion von einem seiner Beiträge distanziert und selbigen gelöscht hatte. Im entsprechenden Text hatte der heute 72jährige geschrieben, daß das Tragen von Judensternen auf Coronademos „eine Anmaßung, auch eine Verharmlosung“, aber „sicher nicht antisemitisch“ sei, da die Träger sich mit verfolgten Juden identifizierten und diese nicht ablehnten.
Vergangene Woche hatte Martenstein mit einer Rede beim Theaterstück „Prozeß gegen Deutschland“ für Debatten gesorgt (Lesen Sie die Rede hier). Befürwortern eines AfD-Verbots warf er darin vor, die Demokratie zu beschädigen. (lb)






