BERLIN. Das Auswärtige Amt hat im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 53.598 Visa zum Familiennachzug erteilt. Das geht aus Zahlen hervor, über die zuerst der Journalist Björn Harms berichtete. Damit dürfte die Zahl der Einreisen über den Familiennachzug auch in diesem Jahr deutlich über 100.000 liegen, falls sich der Trend im zweiten Halbjahr fortsetzt.
Friedrich Merz (CDU) hatte im April 2025 vor seinem Amtsantritt angekündigt, irreguläre Zuwanderung zu beenden und den Familiennachzug auszusetzen (die JF berichtete). Markus Söder sagte wenig später in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin: „Der Familiennachzug wird ausgesetzt.“
Tatsächlich betrifft die Aussetzung nur eine bestimmte Gruppe: subsidiär Schutzberechtigte. Das sind Ausländer, die weder als Asylberechtigte noch als Flüchtlinge anerkannt wurden, aber wegen drohender Gefahren in ihrem Herkunftsland vorerst in Deutschland bleiben dürfen. Die Zahlen zeigen deshalb keinen Stopp, sondern nur einen Rückgang. Im ersten Halbjahr 2024 wurden 63.637 Visa zum Familiennachzug erteilt. Im ersten Halbjahr 2025 waren es knapp 57.000. Im ersten Halbjahr 2026 sind es nun 53.598.
Exklusiv: Im 1. Halbjahr 2026 erteilte das Auswärtige Amt fast 54.000 Visa zum Zwecke des Familiennachzugs. Somit dürften am Ende des Jahres erneut über 100.000 Personen aus Nicht-EU-Ländern allein über den Familiennachzug einwandern – eine Stadt der Größe von Kaiserslautern. pic.twitter.com/e7xWnZiF7V
— Björn Harms (@Spreeathen1) July 22, 2026
Familiennachzug größtenteils von Regel unberührt
Die Regel zur Aussetzung des Nachzugs zu subsidiär Schutzberechtigten gilt seit Juli 2025 und ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Der übrige Familiennachzug bleibt davon unberührt.
Damit fällt die politische Bilanz deutlich kleiner aus als die Ankündigung. Merz und Söder sprachen öffentlich vom Aussetzen des Familiennachzugs. Die Visazahlen zeigen nun, dass der Familiennachzug nach Deutschland weiter in großer Zahl stattfindet. (rr)






