GÖRLITZ. Nach der verheerenden Hausexplosion im sächsischen Görlitz haben Polizei und Staatsanwaltschaft neue Details zu zwei Tatverdächtigen veröffentlicht. Einer der Männer, der 27 Jahre alte Afghane Zolmai K., soll nach dem Einsturz des Mehrfamilienhauses mit dem Fahrrad durch die Stadt gefahren sein.
Die Explosion hatte sich Mitte Mai in einem Mehrfamilienhaus ereignet. Drei Menschen kamen ums Leben. Rettungskräfte suchten tagelang in den Trümmern nach Opfern. Inzwischen gehen die Ermittler nicht mehr von einem Unfall aus.

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge in Tateinheit mit fahrlässiger Tötung. Neben Zolmai K. steht auch der 33 Jahre alte Pole Bartosz K. im Verdacht, mit der Explosion in Verbindung zu stehen.
Beide Männer sitzen bereits in Untersuchungshaft, allerdings wegen anderer Vorwürfe. Nach Angaben der Ermittler sollen sie sich am Tag der Explosion in der Nähe des später eingestürzten Hauses aufgehalten haben. Sie sollen dort auf der Suche nach stehlenswertem Gut gewesen sein, darunter Fahrräder, Schrott und Buntmetalle.

Afghane hat eine sichtbare Narbe
Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer in das Gebäude eingedrungen sind und dabei Rohrleitungen beschädigt haben. Möglicherweise wollten sie Kupfer entwenden. Was nach dem Betreten des Hauses genau geschah, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei bittet deshalb Zeugen um Hinweise.
Die nun veröffentlichten Aufnahmen zeigen laut Polizei vermutlich Zolmai K. auf einem Fahrrad. Er soll dabei ein Fahrradschloss um den Hals getragen haben. Auffällig seien außerdem eine schwarze Steppjacke, weiß-blaue Puma-Schuhe und ein schwarzes Basecap gewesen. Eine sichtbare Narbe am linken Hinterkopf soll er darunter teilweise verdeckt haben. Auf einem Bild trug er eine Brille, auf einem anderen nicht.

Auch zu Bartosz K. veröffentlichte die Polizei eine Beschreibung. Er soll am Tattag ein schwarzes Basecap mit einem gelben Löwenkopf und der Aufschrift „Holtendorfer Spielvereinigung e.V.“ getragen haben. Nach Angaben der Ermittler könnten die Verdächtigen versucht haben, in Richtung Polen zu fliehen. Görlitz wurde nach dem Krieg geteilt. Auf der anderen Seite der Neiße liegt das heute polnische Zgorzelec. Für Hinweise, die zur Aufklärung des Falls beitragen, wurde eine Belohnung von 5.000 Euro ausgelobt. (rr)






