MÜNCHEN. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat Wähler der AfD mit Anhängern der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) von Adolf Hitler verglichen. „Natürlich sind AfD-Wähler und AfD-Kandidaten nicht automatisch Rechtsextremisten. Aber das waren, so argumentieren sie, viele NSDAP-Wähler und selbst NSDAP-Mitglieder vor 1933 auch nicht“, heißt es in einer am Freitag verschickten Mitteilung des bayerischen DGB-Landesverbands.
NSDAP-Wähler seien „sogar oft freundliche und hilfsbereite Nachbarn und Arbeitskollegen, die im persönlichen Umfeld auch mit Ausländern einen normalen Umgang pflegen“, heißt es in dem Text weiter, dem sich auch die Arbeiterwohlfahrt und die Katholische Betriebsseelsorge angeschlossen haben. „Das gleiche gilt heute auch für AfD-Wähler und -Mitglieder“, was aber nichts daran ändere, daß die NSDAP-Wähler Schuld auf sich geladen hätten.
„Viele Parallelen“ zur NSDAP
Konkret zitiert wird in der Mitteilung der DGB-Kreisvorsitzende von Günzburg, Werner Gloning. Er ergänzte, es gäbe „viele Parallelen zwischen der NSDAP von vor 1933 und der AfD von heute“. Die politische Strategie der NSDAP sei „damals Nationalismus, Haß und Hetze und das Schüren einer Pogromstimmung gegen bestimmte Gruppen“ gewesen. Haargenau die gleiche Strategie verfolge die AfD heute.
Für den bayerischen AWO-Funktionär Peter Tschochohei ist „die AfD-Hetze gegen Ausländer“ auch aus ökonomischen Gründen „abgrundtief dumm“. Tschochohei befürchtet: „Unser Gemeinwesen und unsere Wirtschaft würden ohne Arbeitnehmer mit Migrationshintergrund und ohne ausländische Kollegen sehr schnell zusammenbrechen. Die meisten Krankenhäuser, Seniorenheime und Pflegedienste müßten schließen. Die meisten Supermärkte dicht machen. Die Gastronomie gäbe es weitgehend nicht mehr, der öffentliche Nahverkehr und der Güterverkehr ständen still.“
Hintergrund der Kritik sind die anstehenden Kommunalwahlen in Bayern am 8. März. DGB und Arbeiterwohlfahrt bieten nun denen, „die, aus welchen Gründen auch immer, erwägen, aus Protest eventuell AfD zu wählen“, an, „mit ihnen zu diskutieren, wenn sie ernsthaft gesprächsbereit“ seien. (ho)





