Anzeige
Anzeige

Experte errechnet Schock-Zahl: Deutschlands Atomausstieg kostet 3.900 Euro pro Bürger

Experte errechnet Schock-Zahl: Deutschlands Atomausstieg kostet 3.900 Euro pro Bürger

Experte errechnet Schock-Zahl: Deutschlands Atomausstieg kostet 3.900 Euro pro Bürger

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern: Eine mögliche Wiederinbetriebnahme abgeschalteter Anlagen wäre laut dem TÜV keine Frage von Jahren, sondern eher von wenigen Monaten oder Wochen
Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern: Eine mögliche Wiederinbetriebnahme abgeschalteter Anlagen wäre laut dem TÜV keine Frage von Jahren, sondern eher von wenigen Monaten oder Wochen
Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern. Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa
Experte errechnet Schock-Zahl
 

Deutschlands Atomausstieg kostet 3.900 Euro pro Bürger

Der deutsche Atomausstieg hat nach Berechnungen eines norwegischen Wirtschaftsprofessors massive volkswirtschaftliche Kosten verursacht. Eine Studie kommt auf Mehrkosten von 330 Milliarden Euro. Das entspricht 3.900 Euro pro Bürger.
Anzeige

BERLIN/BRÜSSEL EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den deutschen Atomausstieg rückblickend als „großen strategischen Fehler“ bezeichnet. Mehrere Energieökonomen und Wissenschaftler kritisieren die Entscheidung ebenfalls scharf und verweisen auf hohe volkswirtschaftliche Kosten. Der Energieökonom Manuel Frondel vom Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung sprach vom „größten energiepolitischen Fehler der vergangenen Jahrzehnte“.

Deutschland habe dadurch „dreistellige Milliardenbeträge“ an volkswirtschaftlichem Wohlstand verloren.

Auch der Physik-Nobelpreisträger Klaus von Klitzing kritisierte den Ausstieg aus der Kernenergie. „Eine Tatsache ist, dass das Bruttonationaleinkommen etwa proportional zum Energieverbrauch eines Staates ist und unser Wohlstand von billiger Energie abhängt. Insofern war es Wahnsinn, funktionierende Atomkraftwerke in Deutschland abzuschalten“, sagte er. Studien zufolge könnten die Mehrkosten der Energiewende erheblich sein. Der norwegische Wirtschaftsprofessor Jan Emblemsvåg errechnete in einer Analyse Mehrkosten von rund 330 Milliarden Euro gegenüber einem Szenario, in dem Deutschland weiter auf Kernenergie gesetzt hätte. Das entspreche etwa 3.900 Euro pro Bürger.

Atomausstieg bremst KI-Rechenzentren aus

Kritiker verweisen zudem auf neue Kosten durch den Ausbau fossiler Kraftwerke und staatliche Subventionen. Deutschland müsse künftig zahlreiche Erdgaskraftwerke bauen, um die schwankende Stromproduktion aus Wind- und Solaranlagen auszugleichen. Der Bau dieser Anlagen koste bereits zweistellige Milliardensummen.

Auch beim Strompreis sehen Experten Auswirkungen. Der Stuttgarter Energieprofessor André Thess erklärte, Deutschland habe sich nach dem Atomausstieg vom Stromexporteur zum Stromimporteur entwickelt: „Wir kaufen regelmäßig Strom aus dem Ausland zu hohen Preisen, darunter französischen Atomstrom.“ Frondel geht allerdings davon aus, dass der Strompreis mit Kernenergie lediglich um „ein bis zwei Cent pro Kilowattstunde“ niedriger läge. Ein Grund sei, dass mehr als die Hälfte des Strompreises aus Steuern, Abgaben und Netzentgelten bestehe. Gleichzeitig warnte er, dass der Verzicht auf Kernkraft das Wirtschaftswachstum bremsen könne, da Digitalisierung und KI-Rechenzentren „sehr zuverlässigen, kostengünstigen Strom“ benötigten. (rr)

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern. Foto: picture alliance/Armin Weigel/dpa
Anzeige
Anzeige

Der nächste Beitrag

ähnliche Themen
aktuelles