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„Vertrauensbruch“: AfD distanziert sich von Bankräuber-Direktkandidat

„Vertrauensbruch“: AfD distanziert sich von Bankräuber-Direktkandidat

„Vertrauensbruch“: AfD distanziert sich von Bankräuber-Direktkandidat

AfD-Direktkandidat Sascha Gläser während seines Bankraubs und der Blick auf die Bühne vor Beginn des Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern. Fotos: Polizei /// IMAGO / Chris Emil Janßen
AfD-Direktkandidat Sascha Gläser während seines Bankraubs und der Blick auf die Bühne vor Beginn des Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern. Fotos: Polizei /// IMAGO / Chris Emil Janßen
AfD-Direktkandidat Sascha Gläser während seines Bankraubs und der Blick auf die Bühne vor Beginn des Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern. Fotos: Polizei /// IMAGO / Chris Emil Janßen
„Vertrauensbruch“
 

AfD distanziert sich von Bankräuber-Direktkandidat

Ein AfD Kandidat in Mecklenburg-Vorpommern überfällt vor 14 Jahren eine Bank in Duisburg – und verheimlicht das der Partei. Nun zieht die AfD Konsequenzen.
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SCHWERIN. Der AfD-Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hat sich von seinem Direktkandidaten für die anstehende Landtagswahl, Sascha Gläser, distanziert, nachdem bekannt worden war, dass dieser 2012 eine Bank ausgeraubt hatte. „Wer für ein politisches Mandat kandidiert, muss gegenüber den zuständigen Parteigremien bei derart wesentlichen Sachverhalten von Anfang an vollständige Transparenz herstellen“, sagte Generalsekretär Dario Seifert. Der Vorstand betone, dass der „notwendige offene Umgang mit entscheidungsrelevanten Informationen“ das Problem sei.

„Unabhängig von der persönlichen oder rechtlichen Bewertung der damaligen Vorgänge stellt das Verschweigen solcher für eine Kandidatenaufstellung entscheidungserheblichen Tatsachen aus der eigenen Vergangenheit einen erheblichen Vertrauensbruch dar“, betonte die Seifert.

Gläser hatte vor rund 14 Jahren eine Volksbankfiliale im Duisburger Stadtteil Rumeln überfallen, berichtete die Ostsee-Zeitung vergangene Woche. Er nutzte dafür ein Feuerzeug in Form einer Schusswaffe. Die Staatsanwaltschaft Duisburg bestätigte der Zeitung, dass der Direktkandidat dafür 2013 wegen schwerer räuberischer Erpressung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt wurde, die er im offenen Vollzug verbrachte.

AfD-Landesvorstand wusste nichts vom Raubüberfall

Diese Vergangenheit sei dem Landesvorstand bis zur Recherche nicht bekannt gewesen, heißt es in der Mitteilung. „Die Eignung unserer Kandidaten haben wir ausdrücklich auch anhand eines polizeilichen Führungszeugnisses geprüft. Das von Herrn Gläser vorgelegte Führungszeugnis enthielt keine Eintragung mehr.“

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Grundsätzlich bekennt sich der AfD-Vorstand aus Mecklenburg-Vorpommern laut Seifert zum Gedanken der Resozialisierung. „Wer für begangene Fehler oder Straftaten die vorgesehenen Konsequenzen getragen hat, muss grundsätzlich die Möglichkeit erhalten, wieder vollständig am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen.“ Jedoch sei nun mal die Voraussetzung dafür „ein offener und transparenter Umgang mit der eigenen Vergangenheit“.

Gläser legt sein Amt nieder

Inzwischen sei Gläser von seinem Amt als stellvertretender Kreisvorsitzender in Rostock zurückgetreten. „Herr Gläser hat dem Landesvorstand gegenüber bereits versichert, dass er im Falle seiner Wahl das Landtagsmandat nicht annehmen wird.“

Gläser bezeichnete den Überfall gegenüber der Ostsee-Zeitung „als den größten Fehler meines Lebens“. Er habe die Konsequenzen weder für die Betroffenen noch für sich ausreichend bedacht. „Dafür übernehme ich die Verantwortung“, sagte er weiter. „Ich habe seit diesem Ereignis mein Leben komplett umgekrempelt.“ Heute führe er ein „unbescholtenes Leben“.

Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa für den Nordkurier kommt die AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf 36 Prozent und steigt damit im Vergleich zur vergangenen Landtagswahl 2021 um rund 20 Prozentpunkte. Die SPD fällt auf 29 Prozent (minus 10,6 Prozentpunkte). Die Linkspartei steigt auf elf Prozent (plus 1,1 Prozentpunkte) und überholt damit die CDU, die auf zehn Prozent (minus 3,3 Prozentpunkte) kommt. Die Grünen landen bei fünf Prozent (minus 1,3 Prozentpunkte) und die FDP bei drei Prozent (minus 2,8 Prozentpunkte). Das BSW steigt mit vier Prozent neu ein. (mas)

Die AfD hat sich seit der vergangenen Landtagswahl mehr als verdoppelt. Grafik: JF
AfD-Direktkandidat Sascha Gläser während seines Bankraubs und der Blick auf die Bühne vor Beginn des Landesparteitags in Mecklenburg-Vorpommern. Fotos: Polizei /// IMAGO / Chris Emil Janßen
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