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Energiekrise: Immobilienkonzern plädiert für Einschränkung der Wärmeversorgung

Energiekrise: Immobilienkonzern plädiert für Einschränkung der Wärmeversorgung

Energiekrise: Immobilienkonzern plädiert für Einschränkung der Wärmeversorgung

Eine Frau friert in ihrer Wohnung: Ginge es nach einem großen deutschen Immobilienkonzern, stünde Mietern ein kalter Winter bevor Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
Eine Frau friert in ihrer Wohnung: Ginge es nach einem großen deutschen Immobilienkonzern, stünde Mietern ein kalter Winter bevor Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
Eine Frau friert in ihrer Wohnung: Ginge es nach einem großen deutschen Immobilienkonzern, stünde Mietern ein kalter Winter bevor Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
Energiekrise
 

Immobilienkonzern plädiert für Einschränkung der Wärmeversorgung

DÜSSELDORF. Deutschlands zweitgrößter privater Immobilienkonzern, die „Landesentwicklungsgesellschaft Nordrhein-Westfalen“ hat sich dafür ausgesprochen, die Wärmeversorgung der Mieter im kommenden Winter verstärkt einzuschränken.„Ich glaube, daß in der derzeitigen Kriegssituation der Bevölkerung in Deutschland klargemacht werden muß, daß jetzt Verzicht angesagt ist“, sagte Vorstandschef Lars von Lackum dem Handelsblatt. Die Regierung müsse das „klar politisch aussprechen“.

Von Lackum ist sich sicher: „Es wird zu Einschränkungen in der Wärmeversorgung kommen.“ Die Wärmezufuhr werde im gesetzlichen und rechtlichen Rahmen bereits gesenkt, das sei nichts Neues. Aber auch der Einzelne werde gefragt sein. „Wenn sich am Heizverhalten nichts ändert, die Heizung voll aufgedreht wird und die Fenster zur Temperaturregulierung geöffnet werden, dann werden wir nicht viel Energie einsparen können.“

Auf die Mieter sieht der Vorstandschef Nebenkosten in Höhe von ein bis zwei Monatsmieten zukommen. Das Unternehmen werde ähnlich dem Vorgehen während der Coronakrise Ratenzahlungen und andere Maßnahmen anbieten, jedoch funktioniere das „nur auf Zeit“.

Führende Wirtschaftsinstitute sind vorsichtig optimistisch

Gesenkte Heizvorgaben für Vermieter bezeichnete er als „alternativlos“. Es brauche für den Winter eine gesetzliche Möglichkeit, die Temperaturen stärker als bisher abzusenken. Es sei verheerend, wenn jeder private Bürger es zu Hause warm habe, aber niemand mehr zur Arbeit gehe, weil die Firmen reihenweise die Produktion einstellten.

Einen optimistischeren Blick in die Zukunft wagen derweil vier führende Wirtschaftsinstitute aus Halle, Essen, Kiel und München: Deren gemeinsame Berechnungen legen nahe, daß Deutschland auch im Szenario von nur 20 Prozent der russischen Gaslieferungen durch die nächsten beiden Winter kommen werde. „Wenn unsere Annahmen so eintreten, würde das Gas sowohl in diesem, als auch im nächsten Winter reichen“, sagte der Ökonom des Hallensischen Instituts für Wirtschaftsforschung Christoph Schult, der die Berechnungen durchgeführt hat, gegenüber dem Handelsblatt.

Die Wirtschaftswissenschaftler sehen jedoch ein Restrisiko. Ihre Berechnungen ergaben: Mit einer Wahrscheinlichkeit von deutlich unter 20 Prozent kann es doch zu Szenarien kommen, in denen das Gas nicht ausreicht. Gaslücken würden dann im April, Mai und Dezember 2023 auftreten. Im schlechtesten Fall würden dann sieben Milliarden Kubikmeter Gas fehlen. Zum Vergleich: 2021 hat Deutschland 90,5 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht. „Da müßte allerdings schon sehr vieles schiefgehen“, sagte der Vizepräsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Stefan Kooths.

Ökonom warnt vor falschem Sicherheitsgefühl

Um das zu vermeiden, solle der Gasverbrauch innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre weiter um etwa 12 Prozent im Vergleich zum Zeitraum August 2020 bis Dezember 2021 sinken. Die am Mittwoch verabschiedeten EU-Ziele sehen bis März 2023 eine Drosselung um 15 Prozent vor.

Grundlage für die Berechnungen war folgende Annahme: Deutschland müßte proportional weniger Gas an seine Nachbarn weiterleiten, sollte Rußland dauerhaft die Lieferungen absenken. Ob das geschieht, hängt von vielen ungeklärten Fragen ab, politisch und rechtlich. In den vergangenen Monaten wurden die Gasexporte aus Deutschland tatsächlich erst deutlich reduziert, zuletzt sind sie jedoch wieder gestiegen.

Zudem ist unklar, ob Moskau über die nächsten Wochen und Monate weiterhin zumindest eine reduzierte Gasmenge liefern wird. Der Präsident der Informations- und Forschungsstelle für Wirtschaftsbeobachtung München, Clemens Fuest, warnte: „Es wäre leichtsinnig, sich in Sicherheit zu wiegen.“ (st)

Eine Frau friert in ihrer Wohnung: Ginge es nach einem großen deutschen Immobilienkonzern, stünde Mietern ein kalter Winter bevor Foto: picture alliance / dpa-tmn | Christin Klose
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